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Human Brain Proteome Project (HBPP2): TP3-Funktionelle Analyse von Proteinkomplexen


Project Details
Project duration: 10/200409/2007


Abstract
Proteine, Proteinnetzwerke und Proteininteraktionen übersetzen und integrieren die genomische Information und bestimmen, wie Entwicklung, Wachstum und Alterung während der Lebensspanne des Organismus aufeinander abgestimmt sind. Gen- und Protein-Funktionen in lebenden Systemen sind immer kontextabhängig: Proteine werden differentiell exprimiert und modifiziert im gegebenen Kontext eines Gewebes, eines Organs, der Umgebungssituation und dem individuellen Schicksal. Daher kann eine Gen-Funktion nicht aus der Sequenz des Gens vorhergesagt werden. Die Gen-Funktion und auch ihr Ausfall (Krankheit und Alterung) können in lebenden Systemen nur verstanden werden, wenn sowohl Gene als auch Proteine analysiert und im Zusammenhang mit dem entsprechenden spezifischen Netzwerk oder dem biologischen System gesehen werden.
Der Begriff Proteomics wurde Mitte der 90iger von Marc Wilkins eingeführt und brachte die wissenschaftliche Gemeinschaft dazu, die Bedeutung der Protein-Analyse einer Zelle, eines Gewebes oder eines Organismus als Komplement des Genoms neu zu sehen.Das Ziel des HBPP2 ist die systematische Analyse der Proteine im Gehirn von Mensch und Maus sowie der aus dem Nervensystem stammenden Proteine in Körperflüssigkeiten (Blut und Liquor) unter normalen und pathologischen Bedingungen mit einem Focus auf Alterung und den neurodegenerativen Erkrankungen Alzheimer und Parkinson. Diese beiden Erkrankungen sind die am häufigsten auftretenden neurodegenerativen Fehlfunktionen im alternden menschlichen Gehirn. Die Risikoabschätzung ist schwierig und eine Prophylaxe nicht etabliert, zumal die Ursachen dieser Erkrankungen immer noch unverstanden sind und verlässliche Frühdiagnose-Verfahren fehlen. Die gebräuchlichen Therapieansätze können den eigentlichen Krankheitsmechanismus nicht anhalten und chronische sowie schwerwiegende Defektzustände nicht verhindern. Das Fehlen um das Wissen der krankheitsbedingenden zellulären und
molekularen Mechanismen ist eines der größten Hindernisse für die Entwicklung erfolgreicher Prävention- und Behandlungsstrategien. Die systematische Auftrennung, Identifizierung und Charakterisierung von Proteinen im Nervensystem und in humanen Körperflüssigkeiten bieten einen viel versprechenden Ausgangspunkt, um die Mechanismen in diesen neurodegenerativen Erkrankungen zu verstehen. Die Analyse der molekularen Phänotypen (mRNA und Protein Expressions-Profile) wird zu einem neuen Krankheitsverständnis und letztlich zu einer neuen Sub-Klassifizierung führen, die nicht auf traditionellen klinischen Phänotypen beruht, sondern auf den molekularen pathologischen Eigenschaften.

Last updated on 2017-11-07 at 14:18