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Methodologie und Methoden der Kulturwissenschaft. Eine kommentierte Bibliographie


Project Details
Project duration: 01/199912/2001


Abstract
Das Projekt "Methodologie und Methoden der Kulturwissenschaft. Eine kommentierte Bibliographie" unternimmt eine Bestandsaufnahme der Literatur zu kulturwissenschaftlichen Methoden für eine kulturwissenschaftliche Methodologie in Form einer kommentierten Bibliographie. Die Beschäftigung mit diesem Aspekt erscheint vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren zum Teil kontrovers geführten Debatte über die Kulturwissenschaft(en) als neues Paradigma, der Einrichtung zahlreicher kulturwissenschaftlicher Studiengänge, der Veröffentlichung von Textsammlungen und allgemeinen Einführungen gerade deshalb als besonders sinnvoll und notwendig, weil trotz der großen Anzahl von Publikationen in den letzten Jahren die Frage nach einer Systematisierung von Methoden und methodologischen Grundlagen bislang eher im Hintergrund geblieben ist. In Form einer kommentierten Bibliographie soll zunächst der Frage nachgegangen werden, ob die Neuorientierung hin zu einer Kulturwissenschaft in einer "Neuerfindung" wissenschaftlicher Methoden gründet, oder ob und inwiefern bisherige Ansätze der Geisteswissenschaften hier neu durchdacht bzw. lediglich neu entdeckt werden. Aufbauend auf dieser Bibliographie zielt das Projekt mittelfristig darauf, eine knappe Einführung in die kulturwissenschaftliche Methodologie (als Kern der Kulturwissenschaft) zu verfassen. Stand des Projekts und geleistete Arbeiten Das Projekt wurde im Januar 1999 mit der bibliographischen Aufarbeitung des Diskussionsstandes zum Thema "Kulturwissenschaften" resp. "Kulturwissenschaft" aufgenommen. Dies geschah in zwei Bereichen: Erstens wurde eine Dokumentation der Debatte um die Kulturwissenschaften in den verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen sowie in Fachzeitschriften erstellt. Diese Dokumentation soll ausgebaut und über die Bibliothek des WZ II zugänglich gemacht werden. (Zur Zeit ist die Dokumentation über Urte Helduser oder Thomas Schwietring verfügbar.) Zweitens wurde eine Datenbank eingerichtet, in der systematisch Literatur zum Thema "kulturwissenschaftliche Methodologie und Methoden" gesammelt wird. Diese Datenbank umfaßt zur Zeit (Oktober 1999) ca. 600 Titel, die nach einem zu diesem Zweck erstellten mehrdimensionalen Schlagwortkatalog verwaltet werden. Unterschieden werden folgende Themengebiete: ? Zukunft/Neustrukturierung der Geisteswissenschaften ? Reform der Lehre / kulturwissenschaftliche Studiengänge ? Interdisziplinarität / Transdisziplinarität ? Nachschlagewerke/Handbücher ? Kulturwissenschaftliche Disziplinen, Ansätze und Methoden (Historische Anthropologie, Kulturanthropologie, New Historicism, Mentalitätsgeschichte, Historische Diskursanalyse, cultural studies, Psychoanalyse, Kultursoziologie, Medientheorie, Gender Studies) Begonnen wurde darüber hinaus mit der Kommentierung einzelner Titel, für die ein eigener Kriterienkatalog erstellt wurde, an dem sich die einordnenden und bewertenden Kommentare jeweils orientieren sollen. Erste Ergebnisse Als ein erstes Ergebnis läßt sich aus der Aufarbeitung des Diskussionsstandes feststellen, daß im Sammelsurium von Literatur zum Thema - wie vermutet - eine gezielte Darstellung wissenschaftlicher Ansätze eine eher untergeordnete Rolle spielt. Angesichts dieser Situation erscheint die Erstellung einer Bibliographie als eine sinnvolle Möglichkeit zur Konsolidierung kulturwissenschaftlich orientierter Forschung, auf deren Basis eine gezielte Methodendiskussion angeregt wird und die als Grundlage für kulturwissenschaftliche Forschungen dienen kann. Vorhaben und Perspektiven Neben der kontinuierlichen Fortführung der bisherigen Arbeiten - einerseits der Dokumentation der öffentlichen Diskussion und andererseits der systematischen bibliographischen Erfassung und Kommentierung - sollen ab dem kommenden Wintersemester sowie im kommenden Jahr mehrere konkrete Vorhaben verwirklicht werden. (1) Angestrebt ist der Ausbau der Datenbank, mit dem Ziel der Erstellung einer zumindest in wesentlichen Kernbereichen vollständigen Bibliographie. Diese Bibliographie könnte durch das WZ II in gedruckter Form als "graue Literatur" - zumindest intern - verfügbar gemacht werden. Außerdem soll die Bibliographie über die WZ II-Homepage im Internet veröffentlicht werden. (2) Die Dokumentation der öffentlichen Debatte um die Kulturwissenschaft(en) wird parallel dazu weitergeführt. (3) Bereits im Wintersemester soll - für eine Anlaufzeit zunächst auf informeller Grundlage - ein Kolloquium - vornehmlich unter Doktorandinnen und Doktoranden an der GhK - eingerichtet werden, in dem regelmäßig aktuelle Veröffentlichungen aus dem Bereich der Kulturwissenschaften mit interdisziplinärer Perspektive vorgestellt und diskutiert werden. (4) Für das kommende Jahr ist ein Doktorandinnen- und Doktorandenseminar zu Fragen kulturwissenschaftlicher Methodologie und Methoden geplant, das als eine Mischung aus Symposium und Workshop stattfinden soll. Dazu sollen überregional Doktorandinnen und Doktoranden verschiedener Disziplinen eingeladen werden, um gemeinsam methodische Fragen der eigenen Arbeiten zu diskutieren. Abhängig von der finanziellen Möglichkeiten sollten hierfür einschlägige Referentinnen und Referenten für einführende oder exemplarische Vorträge gewonnen werden. Dies wäre vor allem wichtig, um die Anziehungskraft der Veranstaltung für auswärtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erhöhen. Der Nutzen des Workshops für das Projekt wäre neben den erzielten Ergebnissen für die Doktorandinnen und Doktoranden ein doppelter: Einerseits könnten die bis dahin erzielten Ergebnisse des Projekts auf ihren praktischen Nutzen für die konkreten Forschungsarbeiten von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in verschiedenen Disziplinen überprüft und dabei in der Gruppe zur Diskussion gestellt werden. Andererseits würden sich aus der Diskussion Perspektiven für ein Buchprojekt "Einführung in kulturwissenschaftliche Methodologie und Methoden" ergeben (vgl. Punkt 6). Nach Gesprächen mit DoktorandInnen sowohl vor Ort als auch außerhalb Kassels ist deutlich geworden, daß ein erhebliches Interesse an methodischen Themen, und zwar ausdrücklich mit einer interdisziplinären Perspektive, besteht. (5) Mittelfristig soll aus den verschiedenen Arbeiten des Projekts eine Publikation zur "Einführung in die Methodologie und Methoden der Kulturwissenschaft" hervorgehen. Mit dem Abschluß der Vorarbeiten (voraussichtlich Ende 1999) soll das Projekt von der Pilotphase in ein reguläres Forschungsprojekt überführt werden. Der finanzielle Bedarf des Projekts für das Jahr 2000 ergibt sich vor allem aus der Beschäftigung einer Hilfskraft zur Pflege der Datenbank sowie darüber hinaus ggf. Mittel zur Finanzierung des geplanten Symposiums.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 13:40