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Betriebliche Kompetenzentwicklung zur Standortsicherung


Project Details
Project duration: 01/200212/2005


Abstract
Ausgangslage

Die vielfältigen Veränderungen in der Arbeitswelt verlangen von Organisationen und ihren Mitgliedern die kontinuierliche Anpassung an neue Herausforderungen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür sind angemessene Qualifikationen und Kompetenzen aller Beschäftigten, die zu Schlüsselfaktoren für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen werden.
Dynamische Marktbedingungen und neue Arbeitsformen stellen auch neue Anforderungen an die Mitarbeiter und an die berufliche Weiterbildung. Die Auseinandersetzung mit veränderten Bedingungen setzt selbstorganisiertes Lernen und kontinuierliche Kompetenzentwicklung voraus. Während jedoch Qualifikationen und Kompetenzen der Mitarbeiter immer wichtiger werden, können die traditionellen Weiterbildungsformen das erforderliche Wissen nicht ausreichend vermitteln, da bei der Umsetzung der so gewonnenen Kenntnisse Transferverluste auftreten. Zudem wird das für den Arbeitsprozess benötigte Wissen immer organisationsspezifischer und ändert sich ständig. Eine angemessene Kompetenzentwicklung kann somit ohne die Verknüpfung mit ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld kaum noch effektiv gestaltet werden (Bergmann 2000). Daher wird insgesamt eine neue Lernkultur postuliert.

Hintergrund und Ziele

Ausgehend von der Kritik an herkömmlichen Formen institutionalisierter Weiterbildung stellt sich die Frage nach praktischen Beispielen, die aufzeigen, wie die betriebliche Personal- und Organisationsentwicklung effektiver gestaltet werden kann. Systematische Kompetenzentwicklung, Lernen im Prozess der Arbeit, Learning by Doing und Training on the job sind Konzepte, die geeignet erscheinen, Qualifizierungs- und Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten. Die Angemessenheit und Wirksamkeit solcher Maßnahmen sind jedoch nicht pauschal zu bestätigen, vielmehr müssen Voraussetzungen innerhalb der Organisation geschaffen und vorhandene Barrieren überwunden werden. Dabei wird von der Annahme ausgegangen, dass die handlungsrelevante Entwicklung und Erprobung von zielgerichteten Kompetenzentwicklungsmaßnahmen nur gelingen kann, wenn die betrieblichen Sozialpartner gemeinsam agieren. Hier setzt das Projekt "Betriebliche Kompetenzentwicklung zur Standortsicherung" an, das von der Weiterbildungs-Stiftung Wiesbaden und der B.Braun Melsungen AG gemeinsam mit dem Institut für Arbeitswissenschaft durchgeführt wird.
Den Hintergrund des Projekts stellt eine zwischen der Unternehmensleitung, dem Betriebsrat der B.Braun Melsungen AG sowie der IG BCE getroffene interne Vereinbarung zur Sicherung der Beschäftigung sowie zum Ausbau des Standortes Melsungen dar. Hierfür stellen alle Mitarbeiter dem Unternehmen Arbeitsstunden außerhalb der regulären Arbeitszeit insbesondere für Weiterbildung zur Verfügung. Dies eröffnet die Möglichkeit, passgenaue Kompetenzentwicklungskonzepte zu entwickeln, die sich an den Anforderungen des Unternehmens orientieren, aber auch individuelle Entwicklungsinteressen der Beschäftigten berücksichtigen. Das vierjährige Forschungsprojekt hat folgende Ziele:

- Entwicklung, Umsetzung und Bewertung von systematischen und innovativen Kompetenzentwicklungskonzepten für die am Standort
Melsungen beschäftigten Mitarbeiter/innen.
- Schaffung von lernförderlichen Arbeitsbedingungen und -strukturen in der Neuen Pharmafabrik Pfieffewiesen.
- Übertragbarkeit der entwickelten Konzepte auf anderen Unternehmen, Organisationen und Institutionen.

Vorgehensweise

Im Rahmen einer detaillierten Bildungsbedarfsanalyse werden - ausgehend von den vorhandenen Qualifikationen der Mitarbeiter und den zukünftigen Anforderungen des Unternehmens - innovative Weiterbildungskonzepte erarbeitet und umgesetzt, um die Anpassung an neue bzw. veränderte Arbeitsanforderungen zu gewährleisten. Dabei werden neue Formen der Kompetenzentwicklung unter dem Aspekt des Lernens im Prozess der Arbeit entwickelt und erprobt, um eine stärkere Handlungsnähe der beruflichen Qualifizierung zu erreichen. Zugleich sollen neue wissenschaftliche Erkenntnisse in die Konzeption von Kompetenzentwicklungsmaßnahmen und bei der Gestaltung von lernförderlichen Arbeitsbedingungen einfließen. Darüber hinaus sind die verschiedenen Maßnahmen sowie ihre Umsetzung zu dokumentieren. Es ist zu hinterfragen, inwieweit derartige Maßnahmen mit modernen Controlling-Instrumenten erfasst sowie evaluiert und wie arbeitsintegrierte Maßnahmen qualitativ und quantitativ bewertet werden können.
Über die wissenschaftliche Begleitung des Instituts für Arbeitswissenschaft soll die Dokumenation und Aufbereitung der Ergebnisse erfolgen, um einerseits den Transfer "aus der Wissenschaft in die Wirtschaft sowie aus der Wirtschaft in die Wissenschaft" zu gewährleisten. Andererseits soll der mit dem Projekt gewonnene Erkenntnisgewinn in der Gestaltung innovativer betrieblicher Kompetenzentwicklung in geeigneter Form für eine interessierte Fachöffentlichkeit aufgezeigt werden. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus in das Programm "Lernkultur Kompetenzentwicklung" einfließen.



Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:22