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Geschlechterbewusste Bildung


Project Details
Project duration: 09/200602/2007


Abstract
In der Kompetenzentwicklung und der Bildungsbeteiligung von Jungen und Mädchen bestehen geschlechterabhängige Differenzen sowohl hinsichtlich des jeweiligen Verhaltens als auch in Bezug zur Schulleistung, was durch die PISA-Ergebnisse erneut bestätigt worden ist. Diese Ergebnisse aus der Erziehungs- und Schulwirklichkeit müssen wissenschaftlich aufgearbeitet werden, was in der bisherigen Diskussion bislang nicht zufrieden stellend erfolgt ist. Dieses Projekt nimmt deshalb die Frage auf, warum der Geschlechterkategorie für die Schulleistung der Jungen und Mädchen eine zentrale Rolle zugesprochen werden muss, die allen Einzelmaßnahmen zur gezielten Förderung von Jungen und Mädchen notwendig vorausgeht.
Auf dieser Grundlage werden dann Beispiele aus der Schulpraxis aufgenommen und dahingehend hinterfragt, ob diese den zuvor ausgewiesenen Anforderungen eines fundierten geschlechterbewussten Bildungskonzepts genügen. Die Darstellung von besonders empfehlenswerten Beispielen aus der Praxis schafft so ein Angebot, das insbesondere für Handlungsträger/innen in den Bildungsinstitutionen (Lehrer/innen und Erzieher/innen) einen Anstoß zur Professionalisierung der eigenen pädagogischen Arbeit in Bezug auf die Kategorie Geschlecht bietet.
Vor dem Hintergrund, dass eine geschlechtergerechte Erziehung und Bildung ein Leben lang gestaltet werden muss, ergibt sich eine politische Dimension, die ebenfalls im Projekt berücksichtigt werden soll: Welche Forderungen sind an die bildungspolitisch Verantwortlichen des Bundes und der Länder zu stellen, um die politischen Rahmenbedingungen für eine geschlechtergerechte Bildung zu schaffen und im gesamten Bildungsangebot zu realisieren? Als bildungspolitische Konsequenz ergibt sich nämlich der Anspruch, durch eine geschlechterbewusste Bildung und Erziehung den Abbau von Nachteilen, die Förderung von Stärken und insgesamt also Chancengleichheit als Bedingung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen herzustellen. Dies wird zum einen dadurch erreicht, dass alle am Bildungs- und Erziehungsprozess eines Kindes beteiligten Personen aufmerksam auf eine geschlechtergerechte Bildung und Erziehung gemacht werden (u.a. indem sie sich ihrer eigenen Geschlechterrolle und Vorbildfunktion bewusst werden). Zum anderen gilt es, gerade in den Erziehungs- und Bildungsinstitutionen gezielt genderbezogene Verhaltensmuster und Rollenzuweisungen sichtbar zu machen, um dann etwaige Benachteiligungen oder Hindernisse abzubauen und so den Jungen und Mädchen einen möglichst großen Raum für die individuelle Entwicklung in einer demokratischen Gesellschaft zu schaffen.

Last updated on 2017-11-07 at 14:24