Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

VULNERABILITY - Ein theoriebasierter Vulnerabilitätsindex auf globaler Ebene


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 05/200010/2001


Zusammenfassung
Zielsetzung
Das Ziel dieses Vorhabens war die Definition des unscharfen Konzeptes Vulnerabilität (Anfälligkeit) aus der Perspektive eines akteursbasierten Handlungsmodells. Es sollten Indikatoren abgeleitet werden, mit denen Vulnerabilität auf globaler Ebene dargestellt werden kann. Dabei sollten sowohl soziale als auch Umweltfaktoren berücksichtigt werden. Weiterhin sollte der Index mit Hilfe externer Daten validiert werden. Insbesondere sollten in dem Projekt folgende Schritte unternommen werden:
  • Indices sollten für interne und externe Handlungsbarrieren, die eine erfolgreiche Bewältigung von Krisensituationen verhindern, identifiziert werden.
  • Durch regressionsanalytische Verknüpfung und Gewichtung dieser Indices sollte ein Gesamtindex gebildet werden.
  • In diesem Fall sollte Vulnerabilität gegenüber Wasserknappheit und damit verbundenen Nahrungsmittelknappheiten analysiert werden.
  • Mit Hilfe einer internationalen Disaster-Datenbank sollte ein Krisenmaß entwickelt werden, mit dem das Ausmaß der Betroffenheit in einer dürrebedingten Nahrungsmittelkrise ermittelt werden kann. Dieses Maß sollte zur Validierung des Gesamtindexes dienen.

Ergebnisse
Das Projekt wurde im Oktober 2001 mit einer Präsentation auf dem International Human Dimensions Program (IHDP) Open Meeting in Rio de Janeiro abgeschlossen. Die wesentlichen Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Vulnerabilität wird aus Sicht akteursbasierter Handlungstheorie als die Abwesenheit von erfolgreichen Handlungsmöglichkeiten in einer kritischen Umweltsituation definiert.
  • Handlungsmöglichkeiten der Akteure sind durch die Wahrnehmung und Bewertung externer und interner Bedingungen bestimmt, z.B. Umwelt-, ökonomische, infrastrukturelle oder politische Faktoren als externe und kulturell geprägte Fähigkeiten, Wissensbestände oder soziale Normen als interne akteursspezifische Bedingungen.
  • Auf Grund der mangelhaften Datensituation konnten nur Indices für externe Bedingungen herangezogen werden.
  • Aus der Vielzahl dieser externen Indices ließen sich auf der Grundlage von Faktor- und Regressionsanalysen sieben zentrale Einflussgrößen für einen Gesamtindex Vulnerabilität gegenüber Wasserknappheit definieren: (1) Aidsrate, (2) Anteil der Dienstleistungen am BIP, (3) Wasserstress, (4) pro Kopf Anteil fruchtbaren Landes, (5) Wohlfahrt (ein faktorenanalytisch gebildeter Faktor, der hauptsächlich gesundheits- und bildungsbezogene Daten umfasst), (6) Bodendegradation, und (7) Ungleichverteilung des Einkommens.
  • In der Tendenz lässt sich sagen, dass in einem Land, in dem der Anteil der Dienstleistungen am BIP gering, die Wohlfahrt niedrig und alle anderen Faktoren hoch sind, die Wahrscheinlichkeit groß ist, in hohem Maß von einer Wasserknappheit betroffen zu sein.
  • Mit dem gebildeten Index lässt sich eine Varianzaufklärung von 46,1% (r= 0,68) erreichen, was angesichts der schwachen Datenlage ein gutes Ergebnis ist. Die Vorhersage dürrebedingter Krisen ist mit diesem Index deutlich besser als mit bereits bestehenden Indices.
  • Eine länderbezogene Analyse der einzelnen Indices, aus denen sich der Gesamtindex zusammensetzt, liefert Hinweise darauf, welche die besonders relevanten Einflussgrößen auf die Anfälligkeit in einem Land sind.

Weiterführung
Zur Zeit wird eine Publikation über Vorgehensweise und Ergebnisse der Studie vorbereitet. Des weiteren fließen die Erfahrungen in das aktuelle Projekt "Sicherheitsdiagramme" (DEKLIM) ein.



Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:30

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