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Nachhaltige Entwicklung und Innovation im Energiebereich


Project Details
Project duration: 20012002


Abstract
Der Begriff der Nachhaltigen Entwicklung fungiert gemeinhin als Leitbegriff umweltpolitischen Redens und Handelns. Neuerdings soll ein Leitbild Nachhaltiger Entwicklung politisches Handeln gar als Ganzes leiten. Der Begriff jedoch bleibt oftmals im Ungefähren; ein für die entsprechende Orientierungsaufgabe hinreichend präziser Begriff Nachhaltiger Entwicklung bleibt Desiderat. Einigkeit herrscht jedoch unter den Protagonisten der Diskussion um eine Nachhaltige Entwicklung hinsichtlich der Funktion von Innovationen. Sie sind Hoffnungsträger für die jeweils avisierte Veränderung. Der Innovationsbegriff jedoch teilt als mutmaßlicher Leitbegriff zeitgemäßer Forschungs- und Wirtschaftpolitik mit dem vorgenannten das Schicksal unzureichender begrifflicher Präzision.
Die Projektgruppe Nachhaltige Entwicklung und Innovation imEnergiebereich der Europäischen Akademie GmbH untersucht auf der Grundlage einer soliden terminologischen Basis das Verhältnis von Nachhaltiger Entwicklung und Innovation und erörtert Implikationen dieser Arbeit für die Forschung und einschlägige Politikfelder. Als konkretisierender Fokus dient der Energiebereich. Der immense Ressourcenverbrauch und dessen Umweltwirkungen lassen Reduzierungen in diesem Bereich als vielversprechend erscheinen. Die Bedeutung des Energiesektors für alle Bereiche des Lebens aber schränkt die Möglichkeit einer Reduzierung ein. Diese Spannungen hofft man durch Neuerungen im Bereich der Energieerzeugung abbauen bzw. zumindest mildern zu können. Innovationen im Energiebereich kommt somit eine zentrale Rolle zur Erreichung der langfristig formulierten Ziele zu. Die Untersuchung diese Potentials ist im Moment von besonderer Bedeutung: Man denke an die sich besonders in Europa rasch ändernden Rahmenbedingungen (Privatisierung, Deregulierung), den im Vergleich zu bisherigen Annahmen höheren "Leit-Energiepreis" des Öls sowie die durch IT-gestützte Steuerungssysteme ermöglichte effizientere Nutzung von Leitungsnetzen bei dezentraler Einspeisung.
Strukturierend für die Arbeit der Projektgruppe ist die Frage nach der Reichweite von Innovationen im Energiebereich im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung. Es sollen Perspektiven formuliert werden, die unter verschiedenen Rahmenbedingungen eine Beurteilung der Potentiale erlauben. Diese Szenarien sind gegebenenfalls weiterzuentwickeln. Dabei ist nach der Art von Veränderungen bzw. Maßnahmen zu fragen, die über Innovationen hinaus notwendig sind, um die jeweiligen Ziele zu erreichen. Die Projektgruppe soll neben Klärungsvorschlägen für die einschlägigen Wissenschaften und Empfehlungen zur Ausrichtung weiterer Forschungsanstrengungen vor allem Empfehlungen für die politische Umsetzung formulieren. Diese Aufgabe erfordert notwenig die Behandlung durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe. Neben ökologischer Kompetenz, die etwa für Fragen nach der Aufnahmekapazität von Umweltmedien benötigt wird, ist wissenschaftliche Kompetenz unverzichtbar, die u.a. für Fragen der Einführung von Neuerungen, des Strukturwandels und der Instrumentenwahl zuständig ist. Die Frage nach den adäquaten Instrumenten muss ebenfalls aus rechtswissenschaftlicher Perspektive behandelt werden, die darüber hinaus z.B. zur Beurteilung von Maßnahmen im Rahmen des europäischen Rechtes erforderlich ist; so können umweltrechtliche Maßnahmen mit Wettbewerbs- und Beihilfenrecht konfligieren. Im Hinblick auf den Beispielbereich ist energietechnisches Wissen notwenig. Dabei geht es neben der Beurteilung der Entwicklung von energieerzeugenden Techniken besonders um das Potential von Maßnahmen der Energieeinsparung. Philosophische Expertise schließlich ist für wissenschaftstheoretische Fragen ebenso erfoderlich wie für praktische Fragen, etwa nach dem Stellenwert inter- und intragenerationeller Gerechtigkeit.


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 14:26