Project without external funding

Datenschutzfragen mobiler kontextbezogener Systeme (DamokoS)


Project Details
Project duration: 11/200404/2005


Abstract
Die Projektgruppe für verfassungsverträgliche Technikgestaltung ist von der Universität Stuttgart eingeladen worden, im Teilprojekt „Datenschutz und Datensicherheit” des Sonderforschungsprojektes 627 „Umgebungsmodelle für mobile kontextbezogene Anwendungen - NEXUS” der Universität Stuttgart (www.nexus.uni-stuttgart.de) mitzuarbeiten. Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik, die immer kleinere, leistungsfähigere, vernetzte und mit Sensortechnik ergänzte Geräte mit sich bringt, ermöglicht die Vision einer Welt, in der Alltagsgegenstände mit Rechner- und Sensortechnik ausgestattet sein werden. In so einer Welt der allgegenwärtigen Rechnertechnik oder des „Ubiquitous Computing” tritt die Datenverarbeitung in den Hintergrund und wird in vielen Lebensbereichen der Menschen allgegenwärtig, unmerklich und quasi mitdenkend präsent sein. Alltagsgegenstände können Informationen über ihren Zustand und den der Umgebung erfassen. Durch die Einbettung der Informationen in Modelle der realen Welt, die durch dreidimensionale Darstellung heute schon realitätsnah repräsentiert werden können, entstehen digitale Weltmodelle. Innerhalb dieser Weltmodelle können nicht nur real existierende Objekte und ihr Zustand abgebildet werden, sondern zusätzliche Informationen mit diesen Objekten verknüpft werden. Es entsteht ein Ineinandergreifen aus realer Welt und digitalen Informationsräumen. Dies ermöglicht verschiedene, innovative Anwendungen. Beispielsweise könnte dadurch ein „Umgebungsinformationssystem” realisiert werden, das einem Nutzer Navigationsfunktionen sowie abhängig von seinem Standort Informationen über Objekte seiner Umgebung zur Verfügung stellt. Zusätzlich könnte der Nutzer über einen Ereignisdienst Informationen aus seiner Umgebung, Standortdaten anderer Teilnehmer an diesem Dienst mit eigenen Daten seines Terminkalenders und Standortes verknüpfen, um z.B. ein Zusammentreffen herbeizuführen oder auch bewusst zu verhindern. Die im Rahmen des Forschungsprojekts „NEXUS” angedachten Anwendungen bedeuten eine neue Qualität von Datenverarbeitung. Anders als bisher werden Daten verteilt, massenhaft sowie für den Betroffenen unüberschaubar und allgegenwärtig verarbeitet werden. Durch Kommunikation, An- und Abfragen sowie den Einsatz von Sensortechnik entsteht eine Fülle von Datenspuren. Dadurch bedingt wird insbesondere das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung der verschiedenen Akteure betroffen sein. Um zu einer verfassungsverträglichen Gestaltung der Technikanwendungen im Vorfeld beizutragen, werden die innovativen Anwendungen von provet anhand von Szenarien unter dem Blickwinkel des Datenschutzrechts untersucht. Ziel ist es in dem abschließenden Forschungsbericht im ersten Teil das geltende Datenschutzrecht in verständlicher Weise darzustellen und mit der neuen Technikvision verbundene Herausforderungen aufzuzeigen. Der zweite Teil soll die datenschutzrechtliche Würdigung von Szenarien, die die Anwendungen der „NEXUS-Forschung” beschreiben, beinhalten. Die Forschungsergebnisse werden 2005 in einer Publikation und Vortragsveranstaltung an der Universität Stuttgart vorgestellt.

Last updated on 2017-11-07 at 14:26