Externally funded project

Die Kategorie Geschlecht und intersektionale Erzähltextanalysen (Pilotstudie)


Abstract
Ziel der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst geförderten Pilotstudie zur Kategorie Geschlecht und intersektionaler Erzähltextanalyse ist die Auslotung des analytischen Potentials und die Operationalisierung des sozialwissenschaftlichen Intersektionalitätskonzepts für die literaturwissenschaftliche Geschlechterforschung. Gleichzeitig dient sie auch der Exploration des möglichen Beitrags spezifisch literaturwissenschaftlicher Intersektionalitätsanalysen zur interdisziplinären Geschlechterforschung. Der Studie liegen zwei theoretische Prämissen zu Grunde. Erstens, dass sich der Produktionskontext von Literatur unabhängig von der Autorenintention in literarischen Texten niederschlägt. Zum Produktionskontext gehören gesellschaftliche und kulturelle Strukturen, aber vor allem auch subjektive Erfahrungen von Autorinnen und Autoren, die als individuelle Subjekte je spezifische Schnittstellen von gesellschaftlichen Diskursen und Praxen repräsentieren: Literarische Texte sind damit Ausdrucksraum sowohl gesellschaftlicher Strukturen als auch individueller Erfahrungen. Und zweitens, dass der konkrete strukturelle Zusammenhang und die relative Bedeutung dieser Ungleichheitsdimensionen, denen intersektionale Analysen nachspüren, je nach Kontext variabel und prinzipiell nicht vorhersagbar sind. Dies bedeutet ganz konkret, dass literarische Texte Strukturen und Dimensionen gesellschaftlicher Ungleichheit aufzeigen und ggf. sogar offen kommentieren, aber auch, dass sie als künstlerisch-symbolische Repräsentationen gesellschaftlicher Wirklichkeit eigenen Regeln gehorchen. Methodologisch gewendet leitet sich daraus ab, dass eine Erfassung der Interdependenz von Geschlecht und anderen Ungleichheitsdimensionen in Erzähltexten literatur- und sozialwissenschaftliche Aspekte miteinander verknüpfen muss.

Last updated on 2017-11-07 at 13:41