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Zum Ansatz flexibler Bewehrungs- und Verankerungselemente bei Geländebruchberechnungen


Project Details
Project duration: 05/200612/2009


Abstract
Natürlich oder künstlich entstandene Stufen im Gelände werden in der Geotechnik als Gelän-desprünge bezeichnet. Bei nicht ausreichender Standsicherheit werden konstruktive Hilfskonstruktionen erforderlich, um einen Geländebruch zu verhindern. Neben massiven Konstrukti-onen wie etwa Winkelstützmauern oder Schwergewichtsmauern haben sich hierfür flexible Bewehrungs- und Verankerungselemente bewehrt. Dazu gehören z.B. Verpressanker, geotex-tilummantelte Säulen, Reibungsbänder. Je nach Ausführungsart können diese Elemente auch dränierend wirken und so zusätzlich zur Erhöhung der Standsicherheit beitragen.

Die Berechnung von Geländesprüngen mit und ohne flexible Bewehrungs- und Verankerungselementen wird in DIN 4084 (Baugrund-Geländebruchberechnungen) sowie diversen bauaufsichtlichen Zulassungsbescheiden geregelt. Bei den dort beschriebenen Berechnungs-verfahren werden flexible Elemente historisch bedingt jedoch nur unzureichend bzw. inkonsequent berücksichtigt Das genaue Systemverhalten und die Interaktion Geländesprung-flexibles Element ist nur unzureichend bekannt und belegbar, sodass eine exakte Quantifizierung des standsicherheitserhöhenden Beitrages dieser Elemente zur Zeit nicht möglich ist.

Ziel der Forschungsarbeit ist es, die Interaktion "Geländesprung - flexibles Element" bodenmechanisch korrekt zu erfassen und beschreiben zu können. Dabei werden auch Fälle berücksichtigt, bei denen die Elemente zusätzlich zu ihrer bewehrenden oder stabilisierenden Funk-tion dränierend wirken. Vor allem diese Situationen sollten nicht mehr - wie bisher üblich - mit ebenen Modellen berechnet werden, da in diesem Fall räumliche Einflüsse auf die Stand-sicherheit nicht erfasst werden können. Zur Identifizierung und Quantifizierung daraus resul-tierender Einflüsse sind Parameterstudien mit einem räumlichen Berechnungsverfahren vorgesehen.

Mit den neuen Erkenntnissen lassen sich vorhandene analytische Verfahren überprüfen und weiterentwickeln. Darüber hinaus können neu herzustellende Geländesprünge hinsichtlich ihrer Standsicherheit wirtschaftlicher bemessen werden und bestehende Geländesprünge bezüg-lich ihrer Sicherheit realistischer beurteilt und gegebenenfalls saniert werden.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:30