Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

European Higher Education Mobility Monitor (EURODATA)


Zusammenfassung
Obwohl die Internationalisierung und Europäisierung im Hochschulwesen und insbesondere die Mobilität von Studierenden seit einiger Zeit in der Europäischen Union und in deren Mitgliedsstaaten einen hohen Stellenwert haben, bieten die statistischen Instrumente und Publikationen bisher keine ausreichende Möglichkeit, um Ausmaß und Richtung der Mobilität exakt zu bestimmen. Die zurzeit verfügbaren Daten (gemeinsam von EUROSTAT, OECD and UNESCO erstellt) liefern kaum Informationen, die über die Zahl der Studierenden und deren Nationalität hinausgehen. Differenzierte Statistiken werden jedoch sowohl von den einzelnen europäischen Staaten als auch von der Europäischen Union als Ganzer benötigt, um z.B. die Fortschritte auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Hochschul- bzw. Wissenschaftsraum (entsprechend der Vereinbarungen von Bologna und Lissabon) messen und bewerten zu können
Mit dem Projekt "European Higher Education Mobility Monitor" (EURODATA), das die Academic Cooperation Association (ACA) (Brüssel, Belgien) koordinierte, wurde das Ziel verfolgt, den bestmöglichen Datenstand zur studentischen Mobilität aufzuarbeiten und zu publizieren.
Sowohl die Europäische Union als auch nationale Regierungen in Europa räumen der Internationalisierung und insbesondere der Europäisierung der Hochschulen seit geraumer Zeit eine hohe Priorität ein. Die innereuropäische Mobilität von Studierenden hat in diesem Zusammenhang einen hohen Stellenwert. Allerdings haben die verfügbaren Mobilitätsstatistiken diesem Stellenwert bislang nicht gerecht werden können. Sowohl die einzelnen europäischen Staaten als auch die Europäische Union als Ganzes benötigen aussagekräftige und differenzierte Mobilitätsdaten, z.B. um die Fortschritte auf dem Weg zu einem gemeinsamen europäischen Hochschul- bzw. Wissenschaftsraum (entsprechend der Vereinbarungen von Bologna und Lissabon) messen und bewerten zu können. In diesem Kontext ist das von der Europäischen Kommission finanzierte Eurodata-Projekt entstanden, das einen von INCHER-Kassel entwickelten Ansatz für die Verbesserung der Datenlage aufgegriffen hat. Dessen Anspruch war, alle verfügbaren Mobilitätsdaten (neben den von internationalen Organisationen veröffentlichten Zahlen auch speziell von nationalen Ämtern und Organisationen zusammengestellte Daten) für 32 europäische Länder in einem übersichtlichen Format zusammenzustellen und zu analysieren. Neben den 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wurden auch die drei Beitrittskandidaten Bulgarien, Rumänien und die Türkei sowie die vier EFTA-Länder Norwegen, Island. Liechtenstein und die Schweiz berücksichtigt.
In Kassel wurden die Daten für ganz Europa zur Nationalität und Mobilität der Studierenden aufgearbeitet. Darüber hinaus wurde eine Studie über methodische Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten erstellt.

Im Januar 2006 wurde der Eurodata-Report zur studentischen Mobilität in Europa vorgelegt.
Vom Kasseler Projektteam wurden :
- alle regelmäßig von internationalen Organisationen veröffentlichten Mobilitätsdaten in einem komprimierten, auf die wichtigsten Kennzahlen reduzierten Tabellenformat zu Länderübersichten verdichtet und die Daten zur Incoming und zur Outgoing-Mobilität gegenübergestellt. Die Länderdaten werden vergleichend analysiert und zentrale Befunde in
Übersichtstabellen und Karten veranschaulicht;
- für diejenigen neun Länder, die über regelmäßig von internationalen Organisationen veröffentlichte Daten hinaus auch
aussagekräftigere nationale Mobilitätsstatistiken zusammenstellen können, Informationen aus den zwei unterschiedlichen
Datensätzen verglichen;
- in einem dritten Kapitel die grundsätzlichen methodischen Fragen der Erhebung von Daten zur studentischen Mobilität behandelt.

Darüber hinaus enthält der Bericht fünf exemplarische Länderkapitel (zu Deutschland, Finnland, Großbritannien, den Niederlanden und der Tschechischen Republik), die die auf Länderebene verfügbaren Daten zu studentischer Mobilität so weit wie möglich ausdifferenzieren und analysieren. Es werden die grundsätzlichen Unzulänglichkeiten der Daten und Möglichkeiten zu ihrer Behebung erörtert. Diese Kapitel werden als länderspezifische Wegweiser zu einer Verbesserung der Mobilitätsstatistik verstanden. Abschließend wird außerdem die Teilnahme an europäischen und nationalen Mobilitätsprogrammen aufgearbeitet. Der Eurodata-Report gilt als Pilotstudie für einen regelmäßigen Datenbericht zur studentischen Mobilität in Europa.


Schlagwörter
Mobilität

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:41