Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Arbeitsorganisation in Kindergärten - Ein Beitrag zur Entwicklung der Organisationsqualität in Elterninitiativen


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 01/200006/2003


Zusammenfassung
Selbstorganisierte Kinderbetreuungseinrichtungen (Elterninitiativen) bestehen seit Ende der 60er Jahre (Kinderläden) und haben ihr Betreuungsangebot im Laufe von über 30 Jahren weiter erweitert und differenziert. Sie gehören unzweifelhaft zu einem innovativen und etablierten Handlungsfeld der Jugendhilfe; die Entwicklung des fachlichen Standards bewegt sich auf einem hohen Niveau. Elterninitiativen beanspruchen für sich, flexibel und initiativ auf veränderte gesellschaftliche Verhältnisse und Bedarfslagen zu reagieren und alternative Betreuungskonzepte in die öffentliche Diskussion zu bringen. Ihre Stärken sind kleine organisatorische Einheiten, die auf der 'Selbstorganisation' als zentrales Arbeitsorganisationskonzept aufbauen. Aus der Selbstorganisation werden Potentiale geschöpft, die die beteiligten Personen in die Lage versetzen, nach dem Laienprinzip die anfallenden organisatorischen und pädagogischen Arbeitsaufgaben eigenständig zu strukturieren und zu ordnen. Mittlerweile haben sich die gesellschaftlichen Voraussetzungen für alternative Kinderbetreuungseinrichtungen allerdings wesentlich geändert. Einerseits durch Veränderungen in der Arbeitswelt (z.B. zunehmende flexible Arbeitszeitwünsche von Arbeitgebern), andererseits durch die Veränderung von Familienkonstellationen (verheiratete, nichtverheiratete, alleinerziehende und Patchwork Familien) zeigen sich deutliche Auswirkungen gerade für Anbieter von Kinderbetreuungsleistungen. Hinzu kommt, dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz die Kommunen verpflichtet hat, für alle 3 bis 6 jährigen einen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen. Der Markt der Anbieter ist im Vergleich zu den benötigten Plätzen recht groß geworden, so dass sich Eltern heute eher ihren Wunschplatz aussuchen können, als noch vor 5 Jahren. Elterninitiativen müssen sich zukünftig stärker auf diesem Betreuungsmarkt von kirchlichen, privaten, betrieblichen, öffentlichen und freien-nichtkirchlichen Trägern behaupten und durch die Qualität ihres Angebotes überzeugen. Elterninitiativen berichten von Schwierigkeiten, neue Eltern unter den bestehenden Bedingungen zum Mitmachen zu begeistern und für Nachwuchs zu sorgen. Die zeitliche Belastung von Familien, vor allem mit einem oder zwei berufstätigen Elternteilen, hat stark zugenommen, so dass schon zeitlich der Spielraum für eine erforderliche zeitaufwendige ehrenamtliche Betätigung erheblich sinkt. Notwendig wird es somit sein, innerhalb jeder einzelnen Einrichtung organisatorische Strukturen so zu gestalten, dass eine Überforderung der Beteiligten möglichst ausgeschlossen werden und die doch zahlreich bestehenden Aufgaben wie Kochen, Reinigung, Betreuung, Administration effektiv organisiert werden. Elterninitiativen sollen wieder ihre pädagogischen Qualitäten in den Vordergrund rücken und in erster Linie Raum für engagierte Eltern zur Verfügung stellen, die sich vor allem an der Entwicklung von Betreuungskonzepten beteiligen möchten, ohne von or-ganisatorischen Fragestellungen überwältigt oder "aufgefressen" zu werden. Veränderungen werden zwangsweise notwendig werden, damit die Qualität der Betreuung steigt. Eltern, als die Nachfrager von Kinderbetreuung, sind schließlich darauf angewiesen, den Ertrag und den Nutzen einer jeden Betreuungsmöglichkeit abzuwägen und sich für eine für sie ideale Einrichtung zu entscheiden. Der Schwerpunkt wird auf Aspekte der Arbeitsorganisation in selbstorganisierten Kinderbetreuungseinrichtungen (Elterninitiativen) gelegt. Ziel ist es, Kriterien zur Bestimmung der Organisationsqualität in Elterninitiativen zu entwickeln.


Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:31