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Wissenschaftliche Begleitung des Runden Tisches "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion"


Project Details
Project duration: 05/200810/2009


Abstract
Seit den 1890er Jahren werden im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen entlang der Werra hochwertige Düngesalze bergmännisch gewonnen. Aus dieser Produktion fallen Salzlösungen als Abfall an, von denen ein Teil bereits seit etwa 100 Jahren in die Werra entsorgt wird. Die daraus folgende Werraversalzung wird schon von Anbeginn des Kaliabbaus in der Region öffentlich und politisch diskutiert. Auch wenn es dem Unternehmen Kali+Salz durch technische Fortschritte in der Produktion und durch ein verbessertes Abwassermanagement in den letzten Jahren, speziell nach der Übernahme der ehemals ostdeutschen Werke, gelungen ist, die Einleitung von Salzlösungen in die Werra deutlich zu verringern, hat dieses Thema aktuell eine hohe Bedeutung. Auslöser der derzeitigen Diskussionen ist der Antrag des Unternehmens, Haldenabwässer durch eine Pipeline aus dem Werk Fulda-Neuhof am Standort Hattorf (Werk Werra) in den Fluss einzuleiten. Werraanrainer - Kommunen wie Bürger - fordern von Politik und Unternehmen eine Lösung des Gesamtproblems Werraversalzung. Zudem fordert die EG-Wasserrahmenrichtlinie den "Guten Zustand" für alle Gewässer bis zum Jahr 2015 bzw. das "Gute ökologische Potenzial" für erheblich veränderte Gewässer. Die Wasserqualität der Werra wird neben der Einleitung von Salzabwasser auch durch andere Faktoren beeinträchtigt: durch kommunale Abwässer von Gemeinden, die die Anforderungen an die Abwasserbehandlung nach der Kommunalabwasserverordnung nicht erfüllen, durch diffuse Einträge aus der Landwirtschaft sowie durch Bauwerke, die die Fließdynamik und die Durchgängigkeit der Werra und ihrer Nebengewässer beeinträchtigen. Die hessische Landespolitik hat sich nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zeitlich begrenzten wasserrechtlichen Genehmigungen der Problematik angenommen und daher im Juli 2007 die Einrichtung eines Runden Tisches zur Behandlung des Themas "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion" beschlossen. Der Thüringische Landtag fasste einen fast wortgleichen Beschluss. Der Runde Tisch hat die Aufgabe, ein langfristiges, nachhaltiges, technisch und wirtschaftlich umsetzbares und möglichst breit getragenes Konzept zu erarbeiten. Dabei sind die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ebenso zu beachten wie die wirtschaftlichen Interessen der Region und die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze. Wesentliche Bestandteile des Konzeptes sind Zielvorgaben für die Gewässerqualität der Werra und Weser, wobei gleichgewichtig die Kali-Arbeitsplätze zu sichern sowie weitere Umweltbelange und Nutzungen zu berücksichtigen sind, eine Strategie, wie diese Zielvorgaben dauerhaft erreicht und gesichert werden, und ein Zeitplan zur Umsetzung der Strategie. Zum Konzept gehören auch Zwischenschritte, die der zügigen und wirtschaftlichen Umsetzung der Strategie dienen. Durch eine wissenschaftliche Begleitung soll die Leitung des Runden Tisches unterstützt werden.

Last updated on 2017-11-07 at 14:33