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Die Briefpolitik der Caroline Henriette Christiana Louisa, Landgräfin von Hessen-Darmstadt, geb. Pfalzgräfin von Zweibrücken


Project Details
Project duration: 01/200012/2000


Abstract
Die Landgräfin Caroline Henriette Christiana Louisa gehörte zu den exponierten Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts. Geboren am 9. März 1721 in Straßburg, heiratete sie am 12. August 1741 Ludwig IX., seit 1768 Landgraf von Hessen-Darmstadt. Das wesentliche Verständigungsmittel des Herrscherpaares, das seit 1765 an getrennten Orten lebte, war ein umfangreicher Briefwechsel. Mit diesen Briefen knüpfte Caroline von Hessen-Darmstadt ein komplexes Beziehungsgeflecht, das sowohl dem persönlichen Austausch als auch der politischen Einflußnahme diente. Sie betrieb eine "Briefpolitik", bei der sie sich der literarischen Form des Privatbriefs bediente, der von den Brieftheoretikern des 18. Jahrhunderts als Ideal freundschaftlicher und herrschaftsfreier Kommunikation aufgefaßt wurde. Auf diese Weise handelte sie politisch in einer Form, die den Eindruck politischen Handelns zunächst vermied. In diesem Projekt wird untersucht, wie Carolinevon Hessen-Darmstadt sich für Ihre politische Einflußnahme besonderer epistolarischer Formen bediente, d.h. wie sie sich als Verfasserin von Briefen ins Verhältnis zur literarischen Briefmode und zu Autorinnen ihrer Zeit setzte. Außerdem wird untersucht, welchen Stellenwert Carolines Briefpolitik für die Klassifikation der epistolarischen Literatur des 18. Jahrhunderts besitzt. Darüber hinaus werden die Briefe der Caroline von Hessen-Darmstadt als eine Form des politischen Handelns gesehen und im Hinblick auf das zeitgenössische Verständnis von Politik und Herrschaft untersucht. Dadurch kann ein dem historischen Kontext gemäßer Politik- und Herrschaftsbegriff entwickelt werden, mit dessen Hilfe das Handeln der Landgräfin im Kontext der historischen Hofgesellschaft zu interpretieren ist. Dieses Forschungsprojekt ist interdisziplinär angelegt und vereint die Fragestellungen der Literatur- und der Geschichtswissenschaft. Durch die Kombination dieser beiden Blickweisen und deren Fokussierung auf einen gemeinsamen Forschungsgegenstand wird es möglich, die geplante Forschungsarbeit über die Grenzen der jeweiligen Einzeldisziplin hinauszuführen und zu einem interdisziplinär erarbeiteten Forschungsergebnis zu kommen. Aus diesem Projekt wird ein DFG-Antrag entwickelt.

Last updated on 2017-11-07 at 14:34