Project without external funding

Aufnahme von Hochwasserständen an einem naturnahen Fließgewässerabschnitt zur Bewertung der Ergebnisse hydrodynamischer Strömungsmodelle


Project Details
Project duration: 03/200303/2005


Abstract
Bei der Planung von Retentionsmaßnahmen an Fließgewässern, kommt der Berechnung der Strömungsverhältnisse und der Bestimmung der Wasserstände bei Hochwasserereignissen, eine große Bedeutung zu. Insbesondere bei der Reaktivierung breiter und flacher Auenbereiche, bestehen hinsichtlich der Berechnung und Bewertung der verschiedenen Maßnahmen besondere Anforderungen an die Qualität der anzuwendenden Simulationsmodelle. Während die eindimensionale Berechnung der Wasserspiegellagen unter Berücksichtigung von Bewuchsparametern bereits seit längerem Stand der Technik ist, gewinnen die zweidimensionalen Berechnungsansätze auch in der Praxis zunehmend an Bedeutung. Ziel dieses ZFF Projektes ist es, durch vorbereitende Untersuchungen, geeignete Methoden für die hydraulische Berechnung und das Monitoring von umweltverträglichen Hochwasserschutzmaßnahmen in den Gewässerauen zu entwickeln. Die zu erarbeitenden Verfahren sollen im Rahmen eines bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu beantragenden Forschungsvorhabens eingesetzt werden, um das Retentionsverhalten der Talauen bei unterschiedlichen Entwicklungsszenarien zu untersuchen und deren Umsetzung wissenschaftlich zu begleiten. Die hierfür notwendigen Untersuchungen werden an einem etwa 14 km langen Gewässerabschnitt der Lahn durchgeführt. Als wichtigster Bestandteil der Untersuchungen ist zunächst eine flächendeckende Aufnahme der Maximalwasserstände nach drei bis vier größeren Abflussereignissen aus Geschwemmsellinien und Hochwassermarken geplant. Diese ereignisbezogenen Messungen werden durch kontinuierliche Messungen mit Hilfe von an Datenlogger angeschlossenen Drucksonden, an ausgewählten Punkten entlang des Gewässers ergänzt. Mittels anschließender Vergleichsrechnungen können Empfehlungen für die Wahl des unter den vorliegenden Verhältnissen und der zu beantwortenden Fragestellung jeweils am besten geeigneten Modells getroffen werden. Aus der guten Anpassung der berechneten Ergebnisse an die tatsächlichen Verhältnisse, werden aussagekräftige Empfehlungen für die Festlegung der variablen Eichparameter (Rauheitsbeiwerte, Bewuchsparameter usw.) in Abhängigkeit der Gewässereigenschaften abgeleitet. Auf diese Weise ist es möglich, die vorliegenden, teilweise noch stark variierenden Angaben zu diesen Parametern für die im Beispielabschnitt vorkommenden Strukturen, zu verbessern. In diesem Rahmen wird außerdem überprüft, ob zumindest einige der anzupassenden Modellparameter aus den in Hessen flächendeckend vorliegenden Ergebnissen der Gewässerstrukturgütekartierung direkt abgeleitet werden können, ohne dass weitere Untersuchungen vor Ort erforderlich sind.

Last updated on 2017-11-07 at 13:42