Project without external funding

Frühneuzeitliche Institutionen in ihrem sozialen Kontext. Praktiken lokaler Politik, Justiz und Verwaltung im internationalen Vergleich


Project Details
Project duration: 01/200212/2004


Abstract
Das deutsch-tschechisch-ungarische Kooperationsvorhaben fragt nach der Funktionsweise des frühmodernen politischen Systems auf lokaler Ebene. Vorgesehen ist, im Rahmen dreier Fallstudien die gerichtliche und administrative Praxis in einer tschechisch-böhmischen, einer ungarischen und einer deutschen Region im 17. und 18. Jahrhundert vergleichend zu untersuchen. Es sollen die Gemeinsamkeiten und die spezifischen Unterschiede innerhalb eines wichtigen Strangs der historischen Entwicklung in Mittel- und Südosteuropa herausgearbeitet werden. Deshalb wird der Projekt von der Volkswagen-Stiftung im Rahmen ihres Schwerpunktprogramms "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert. Ausgangspunkt der vergleichenden Überlegungen ist, dass die untersuchten Gebiete an der gemeineuropäischen Entwicklung rechtlicher und politischer Institutionen teilhatten, die man gewöhnlich mit dem plakativen Begriff "Absolutismus" benennt. Zugleich wird jedoch angenommen, dass diese Institutionen ihre Funktionen nur wahrnehmen konnten, wenn es den in ihnen wirkenden Personen gelang, innerhalb ihres Amtssprengels eine Vielzahl von kooperationswilligen Partnern zu gewinnen. Frühmoderne Herrschaft wird somit als "konsensgestützte Herrschaft" aufgefasst. Um die institutionellen wie auch die informellen Beziehungen zwischen den historischen Aktueren zu erschließen, wird auf die Methode der Verflechtungsanalyse zurückgegriffen. Jedes Teilprojekt wird von einer Gruppe von Wissenschaftlern aus dem jeweiligen Untersuchungsland bearbeitet. Die Wissenschaftlergruppen in Tschechien und Ungarn stehen unter der Leitung von Prof. Dr. V?clav Buzek (Cesk? Budejovice) bzw. Dr. Andr?s V?ri (Universität Miskolc).

Last updated on 2017-11-07 at 14:35