Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Populationsgenetische und ökologische Untersuchungen zur Besiedlung anthropogener Binnensalzstellen durch Halophyten


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 12/200512/2010


Zusammenfassung
Salzbeeinflusste Standorte im Küstenbereich und im Binnenland beherbergen hochgradig spezialisierte Pflanzenarten, die man als Halophyten bezeichnet. Während natürliche, "primäre" Binnensalzstellen in Mitteleuropa durch einen starken Flächen- und Artenrückgang geprägt sind, haben sich seit Beginn des Kalibergbaus neue Binnensalzstellen im Umfeld von Kaliabraumhalden gebildet. Diese rein anthropogenen Habitate werden seit Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch eine Vielzahl von Halophyten geradezu explosionsartig besiedelt. Sie bieten daher potentielle Rückzugsmöglichkeiten für die an den natürlichen Binnensalzstellen stark rückläufigen Halophyten und könnten darüber hinaus als Trittsteine für deren Neu- oder Wiederbesiedlung dienen. Obwohl anthropogene Binnensalzstellen floristisch bereits recht gut untersucht sind, sind derzeit noch viele Fragen offen. So ist beispielsweise nicht geklärt, warum es erst in den letzten 20 Jahren zu einer massiven Besiedlung der Umgebung der Kalihalden kam, woher die Diasporen stammen und welche Vektoren für diese rasante Ausbreitung verantwortlich sind.
Um zur Lösung dieser Problemstellungen beizutragen, sollen zu einen populationsgenetische Untersuchungen mit nukleären Mikrosatelliten durchgeführt werden. Mit Hilfe der dabei gewonnenen Daten soll zum einen die genetische Diversität und der Grad der Differenzierung innerhalb und zwischen den Halophyten-Populationen bestimmt werden. Zweitens sollen geklärt werden, von wo die Halophyten an die anthropogenen Binnensalzstellen gelangt sind. Drittens soll die Intensität des genetischen Austauschs (Genfluss) zwischen anthropogenen Binnensalzstellen, natürlichen Binnensalzstellen und den Küsten der Nord- und Ostsee abgeschätzt werden. Mit Hilfe populationsbiologischer und ökologischer Untersuchungen soll außerdem die Fitness der Halophyten in den einzelnen Regionen bzw. Populationen und damit auch die Bedeutung der anthropogenen Binnensalzstellen als Ersatzhabitate eingeschätzt werden kann. Die genannten Untersuchungen sollen vergleichend an zwei halophytischen Schlüsselarten der anthropogenen Binnensalzstellen Mitteleuropas erfolgen: der Strandsode Suaeda maritima und der Flügelsamigen Schuppenmiere Spergularia media.


Forschungsfelder



Publikationen

2009
2009
2009
2007

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:42