Drittmittelprojekt

EPerMod - Ecological Perspectives of Modularisation - Exemplary Studies of an Innovation Pattern


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 10/200712/2009


Zusammenfassung
Das Vorhaben ist als empirisch-analytisches und interdisziplinäres Projekt angelegt und wird von drei wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Lehrstühlen der Universität Kassel getragen.Anlass und analytischer Ausgangspunkt des Vorhabens ist eine rechtlich-politische Innovation: Das Inkrafttreten zweier neuer Rechtsnormen, welche die Produktverantwortung gem. § 22 KrW-/AbfG konkretisieren, des Elektrogesetzes und der Altfahrzeugverordnung. Beide Regelungen fordern neben weiteren Pflichten von den Herstellern eine Produktgestaltung, die eine Wiederverwendung und Verwertung der Produktbestandteile erleichtert und die Rücknahme der Produkte nach Gebrauch. Allerdings sind die Rahmenbedingungen, unter denen diese Pflichten zu erfüllen sind, nach beiden Regelungen unterschiedlich.Diese rechtliche Innovation trifft auf zwei zu untersuchende Branchen, die PC- und die Automobilproduktion, in denen in unterschiedlicher Ausprägung und Reichweite ein markantes industrielles Innovationsmuster vorherrscht: die Modularisierung. Vor dem Hintergrund des neuen Rechtsrahmens, korrespondierender Marktveränderungen und der damit geschaffenen Anreize und Hindernisse soll im Vorhaben geprüft werden, ob und in welchem Umfang das Innovationsmuster Modularisierung von den Produzenten für die Wahrnehmung der Produktverantwortung genutzt wird. Darauf aufbauend soll analysiert werden, inwiefern die Modularisierung eine Chance für ökologische Innovationen darstellt, die durch geeignete Rahmenbedingungen in Form von politisch-rechtlichen Innovationen aktiviert werden kann.Die Abschätzung des Einflusses der regulativen Vorgaben und der branchenstrukturellen Besonderheiten auf die Stoffströme soll dabei durch ausdrückliche Berücksichtigung der strategisch einflussreichen Unternehmensakteure in den untersuchten Branchen erfolgen. Einstellungen, Normenorientierung und Gestaltungsfähigkeiten werden als Schlüsselfaktoren für das Handeln dieser Akteure angesehen.Das Forschungsprojekt verknüpft Branchenstudien, Rechtsfolgenforschung, Modellbildung und empirische Forschung zu einem neuen wissenschaftlichen Ansatz. Auf diese Weise soll das Forschungsfeld gleichermaßen interpretativ genaue und verallgemeinerbare Ergebnisse liefern, also einen Beitrag zum Verstehen der Prozesse auf der Mikroebene und Erklären der makroskopischen Effekte leisten.Das Forschungsprojekt will zunächst Aufschluss darüber geben, wie technische, betriebliche, marktliche und rechtliche Faktoren aufeinander abgestimmt sein müssen, damit branchenspezifisch Innovationspotentiale entstehen und diese von den Entscheidungsträgern auch genutzt werden. Insofern ist damit ein Beitrag zur empirischen interdisziplinären Innovationsforschung verbunden.Im Besonderen durch die Orientierung an umweltverbessernden Stoffstrominnovationen sind durch das Projekt aber auch konkrete Gestaltungsoptionen in Bezug auf dieses spezielle Problemfeld zu erwarten. Der Zuschnitt der Projektfragestellung erlaubt dabei nicht nur die Verknüpfung unterschiedlicher Instrumente, sondern auch Aussagen zu ihrer akteursbezogenen und dynamischen Wirksamkeit. Insofern ist damit ein Beitrag zur Erforschung Entstehung und Durchsetzung von Umweltinnovationen verbunden.Schließlich ist die Reduzierung und Umgestaltung von Stoffströmen ein wichtiger Aufgabenbereich für die Umorientierung moderner Volkswirtschaften auf eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Das Projekt möchte gerade für zwei Schlüsselprodukte entsprechende Entwicklungspfade aufzeigen. Insofern ist damit auch ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung verbunden.

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:39