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Gleichwertige Lebensbedingungen unter Stagnationsbedingungen?
Selektive Veränderungen von Stadtraum, Sozialstruktur und Wohnungsversorgung



Project Details
Project duration: 06/200110/2007


Abstract
Ausgehend von den allgemeinen Rahmenbedingungen des gesellschaftlichen Wandels gilt das Erkenntnisinteresse dieser Arbeit den besonderen Herausforderungen, denen sich Städte / "Stadtgesellschaften" unter Stagnationsbedingungen gegenübergestellt sehen. Dabei geht es um das Nebeneinander von Wachstum, Stagnation und Schrumpfung in innerstädtisch differenzierter Betrachtung. Im Zentrum des Interesses stehen Fragen nach den aus aktuellen Phänomenen - wie verbreitete Armut, Wohnungsleerstände und selektive Wanderungen - resultierende Wirkungen auf die Verteilung von Lebenschancen unterschiedlicher benachteiligter Bevölkerungsgruppen in kleineren/mittleren westdeutschen Großstädten. Ausgangspunkt der Untersuchung ist dabei die Konzentration Benachteiligter (sozial und/oder ökonomisch Schwacher) in bestimmten Quartieren unter der Annahme, das sie in stärkerem Maße auf den Nahraum angewiesen, da ihnen Ressourcen fehlen, diesen bei Bedarf zu verlassen und sich an anderer Stelle mit Waren, Wohnungen, Informationen, Kultur etc. zu versorgen oder räumlich weitreichendere Sozialkontakte zu pflegen, sie also in ihrer Raumkonstitution trotz technologischer Entwicklungen deutlich eingeschränkt sind.
Ausgangsthese der Arbeit ist, dass unter Schrumpfungs- und Stagantionsbedingungen Einkommensarmut und Marginalisierungen sowie die Entstehung und Verfestigung benachteiligter Quartiere begünstigt werden und sich dadurch die Wohnungsversorgung polarisiert.
Ziel der Untersuchung ist es, Parallelen und Unterschiede zwischen den Wachstums- und Schrumpfungsphasen seit den 1970er Jahren heraus zu arbeiten, dabei Zusammenhänge der Entwicklungen auf sozialräumlicher und stadträumlicher Struktur sowie der Wohnungsversorgung auf städtischer und regionaler Ebene aufzudecken, um mögliche Auswirkungen von Stagnation und Schrumpfung auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu erkennen. Es geht also darum, heraus zu finden, für wen sich Stagnation und Schrumpfung als Risiko darstellt und wer davon profitieren kann. Dabei stellt sich zuerst die Frage, was eigentlich gemeint ist, wenn im städtischen oder regionalen Maßstab von Stagnation und Schrumpfung die Rede ist. Daran schließen sich Fragestellungen an, die Ausmaß und Formen sozialräumlicher Segregation sowie die Wirkung baulich-räumlicher Strukturen und Quartiersausstattungen auf die Segregation und ihre Folgen betreffen. Ein weiterer Fragenkomplex betrifft die Wohnungsversorgung insbesondere benachteiligter Haushalte also auch die Frage nach Wirkungen der Wohnsubventionspolitik auf entspannten regionalen Märkten.


Principal Investigator


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 14:40