Externally funded project

documenta EFFECTS


Project Details
Project duration: 08/200712/2007


Abstract
Das Frage der Wechselwirkung zwischen Kunstereignis und Stadt ist von allgemeiner Relevanz: Künstlerisch-kulturelle Projekte spielen als neue Form der Stadtentwicklung mit soft tools in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende Rolle. Dies gilt gleichermaßen für die großmaßstäbliche Eventisierung der Stadtentwicklung und die zunehmende Bedeutung von Imagepolitiken wie auch für die Einbeziehung von Künstlern in Stadtentwicklungsprojekte im kleinen Maßstab z.B. für experimentelle räumliche Interventionen. Zugleich haben sich in der zeitgenössischen Kunst eine Vielzahl von Positionen und Praktiken herausgebildet, die interventionistisch in urbane Situationen eingreifen – ob etwa kommunikativ, partizipatorisch oder kritisch. Die documenta in Kassel als künstlerisch hochrangiges und zugleich ungewöhnlich publikumswirksames Ereignis ist durch ihr über fünfzigjähriges Bestehen sowie ihre stets neu entworfene räumliche Struktur ein hervorragendes Fallbeispiel, um die Wechselwirkung zwischen Kunst und Stadt zu diskutieren. Während die documenta in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens in Kassel zuweilen durchaus kritisch beäugt wurde und manch heftigen Widerständen ausgesetzt war, wird sie inzwischen nahezu ohne kritische Distanz als positives Zeichen euphorisch gefeiert und soll in der von Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsschwund gezeichneten Region positive Identität stiften. Manche Wirkungszuschreibung erweist sich als Wunschprojektion, andere Aspekte hingegen werden kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Publikation documentaEFFECTS mit Audioguide, Kassel 2007, ISBN: 3-89117-165-X, Ausstellung Stadtmuseum Kassel Juli-September 2007

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