Externally funded project

DFG-Graduiertenkolleg 2050: Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer


Project Details
Project duration: 10/201503/2020


Abstract

Mobile Informations- und Kommunikationstechnik ist angesichts der Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern nahezu allgegenwärtig; breite Bevölkerungsschichten machen sie sich zunutze. Am Verhältnis Nutzer—Netz wird aber zunehmend beklagt, dass Nutzerinnen im Sinne Gläserner Bürger immer durchsichtiger zu werden scheinen, das Netz mit seinen Bestandteilen aber immer undurchschaubarer. Das DFG-Graduiertenkolleg (GRK) will wesentlich zur Umkehr dieses Trends beitragen, also für Nutzer besseren Privatheitsschutz und im Netz bessere Durchschaubarkeit ermöglichen. Privatheitsschutz soll auf persönliche Interessen zuschneidbar und gleichzeitig für Laien handhabbar werden; Zielkonflikte mit wirtschaftlichen oder öffentlichen Interessen sollen besser vereinbar werden. Durchschaubarkeit von Netzen soll unter dem Blickwinkel der Bewertung von Vertrauenswürdigkeit erforscht werden: Nutzer sollen das sie umgebende Netzwerk und seine Komponenten hinreichend verstehen und insbesondere anhand fundiert ermittelter Maße die zu erwartende Qualität einer Dienst- bzw. System-Nutzung sowie drohende Risiken bewerten können. Koordinierte Forschung am Paar Privatheitsschutz–Vertrauensbewertung erscheint doppelt geboten: wegen der Korrespondenz zum Paar Nutzer–Netz und weil als Ergebnisse einerseits Transparenz-verringernde, andererseits Transparenz-erhöhende Methoden erwartet werden; im Zielkonflikt stehen diese spätestens dann, wenn Nutzer auch als Dienstanbieter auftreten. Privatheit und Vertrauen sind seit Jahrhunderten gesellschaftlich relevante Themen, weshalb ein interdisziplinärer Ansatz unabdingbar erscheint. In interdisziplinären Projekten sollen daher Forscherinnen aus der Informatik mit solchen aus Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Usability-Forschung zusammenarbeiten. Eine wichtige technische Vision des GRK bilden neuartige Mobilgeräte unter größtmöglicher Nutzer-Herrschaft. Sie sollen die Nutzerin im digitalen Netz vertreten, Privatheit und Vertrauensbewertung regeln, zwischen Nutzer- und Dienstanbieter-Interessen verhandeln und spontane Vernetzung kontrollieren. Neue Ansätze für solche Mobilgeräte, für vernetzte IT-Dienste, für soziale Netze und für sensorgestützte Umgebungen sollen erforscht werden.


Last updated on 2018-03-08 at 12:54