Drittmittelprojekt

Pilotisierung und Realisierung eines Prozess-Datenbeschleunigers (PDB) für den Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 20102010


Zusammenfassung
Unternehmen müssen regelmäßig und zu unterschiedlichsten Zwecken Daten an Behörden übermitteln. Diese Übermittlung ist regelmäßig mit Kosten verbunden. Zur Reduzierung der Kosten ist das Prinzip des Prozess-Daten-Beschleunigers (PDB) für den Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung gedacht. Es soll die Effektivität und Effizienz der Kommunikation der Unternehmen mit der Verwaltung nachhaltig verbessern. Auch wenn viele Meldungen im Detail unterschiedlich strukturiert sind, sind gerade im Bereich der Arbeitgebermeldungen die Grundinformationen die gleichen, wie zum Beispiel Stammdaten des Unternehmers und des Arbeitsnehmers. Hieran knüpft das PDB-Prinzip an, indem dieser die erforderlichen Daten speichert, aufbereitet und zum Abruf bereit hält. Das PDB-Prinzip verringert somit Fehlerquellen, steigert die Qualität der Informations- und Meldepflichten und entlastet Unternehmen von der Aufgabe sich selbst über Aktualisierungen und Detailregelungen zu informieren. Elementarster Faktor ist demnach die Einsparung von Kosten sowohl auf der Unternehmens- als auch auf Verwaltungsseite.
Das PDB-Prinzip ist eine noch technisch zu gestaltende Idee, die obige Grundfunktionalitäten aufzuweisen hat. Neben dargestelltem Nutzen sind jedoch auch eine Reihe von Risiken zu beachten. Grundannahme ist, dass die erforderliche IT-Infrastruktur durch den Arbeitgeber bereit zu stellen ist. Durch die Pflicht einen PDB-Baustein zu betreiben, wird demnach das Grundrecht auf freie Berufsausübung gem. Art. 12 Abs. 1 GG berührt. Dadurch dass das PDB-Prinzip mit personenbezogenen Daten arbeitet ist zudem das 1983 vom Volkszählungsurteil anerkannte Recht auf informationelle Selbstbestimmung gem. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG zu beachten. Die hierbei entwickelten Prinzipen zum Datenschutz müssen auf das PDB-Prinzip abgebildet werden. Dadurch dass die Gestaltung des Verwaltungsverfahren in diesem Bereich tangiert wird und bei den betroffenen Meldepflichten typischerweise mit Daten umgegangen wird, die als Berechnungsgrundlage für die Gewährung sozialer Leistungen dienen, sind im Weiteren auch das Rechtsstaatsprinzip, wie das Sozialstaatsprinzips von Bedeutung.
Im Projekt wird die Methode KORA (Konkretisierung rechtlicher Anforderungen) verwendet.
KORA ermöglicht aus allgemeinen rechtlichen Anforderungen konkrete Gestaltungsvorschläge für technische Systeme abzuleiten. Der erforderliche Vermittlungsschritt zwischen Recht und Technik wird durch KORA methodisch abgebildet.


Weitere Projektbeteiligte

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 15:29