Externally funded project

Gestaltung technisch-sozialer Vernetzung in situativen ubiquitären Systemen (LOEWE-VENUS II./Stumme)


Project Details
Project duration: 01/201312/2013


Abstract
Die persönliche Lebensgestaltung ist heute von IT-Anwendungen durchdrungen. Das Internet gehört bereits zum Alltag vieler Menschen; das mobile Internet wird uns in den nächsten Jahren an praktisch jedem Ort Zugang zu Informationen und Diensten bieten. Die technische Vernetzung hat das Wesen unserer sozialen Netze bereits stark beeinflusst und wird sie weiterhin um neue Formen der Kommunikation und Interaktion bereichern. Kurz: Ubiquitäre Informationsverarbeitung (Ubiquitous Computing) verwebt die Computer immer stärker mit unserer alltäglichen Lebensumgebung. Die Systeme der nächsten Generation werden mit Sensoren den jeweiligen Anwendungskontext erfassen und so ihre Dienste an die jeweilige Situation anpassen können. Außerdem werden sie spontan mit anderen ubiquitären Diensten in ihrer Umgebung interagieren. Es entsteht damit eine ganz neue Art der vernetzten Informationsverarbeitung, die sowohl in technischer Hinsicht wie auch in Hinsicht auf den menschlichen Benutzer und seine Vernetzung mit anderen gestaltet werden muss. Von Interesse sind hier vor allem die Gebrauchstauglichkeit der Systeme, das Vertrauen der Benutzer in die technikvermittelten Austauschbeziehungen, die erforderlichen rechtlichen Randbedingungen sowie ökonomisch nachhaltige Geschäfts-, Service- und Betreibermodelle. Die Technik muss in das Handeln des einzelnen Benutzers eingebettet sein, d.h. ihn bei der Bewältigung seiner Arbeitsaufgaben und bei der Kooperation mit anderen unterstützen, indem sie die Aufgaben, Präferenzen und Intentionen des Benutzers kennt oder aus seinem Kontext erkennt und sich in ihren Dienstleistungen an diese anpasst. Für ihre Nutzung in der Praxis benötigt die neue Technik darüber hinaus eine Einbettung in die Gesellschaft. Da sie ihre Leistungen überall, jederzeit und vernetzt erbringen soll, wird sie damit eine starke Wirkung auf die soziale Vernetzung und Vergesellschaftung ausüben. Sie muss den Zielen der Gesellschaft, die diese sich für ihr Zusammenleben selbst gesetzt hat, entsprechen. Dies beinhaltet vor allem, dass sie rechtliche Vorgaben erfüllt. Die neue Technik erfordert schließlich eine gelungene Einbettung in die Wirtschaft; sie muss in geeignete Geschäfts-, Service- und Betreibermodelle eingebettet sein. Dass diese Einbettungen gelingen, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die neue Technik.Um diese Erfolgsfaktoren bereits bei der Entwicklung der Technik zu berücksichtigen, ist eine systematische Entwicklungsmethodik erforderlich, die den besonderen funktionalen und nichtfunktionalen Anforderungen des Ubiquitous Computing Rechnung trägt. In VENUS haben sich drei Informatiker, ein Ergonom, ein Wirtschaftsinformatiker und ein Jurist zum Ziel gesetzt, eine disziplinenübergreifende Methodik für die Entwicklung und Evaluierung ubiquitärer adaptiver Anwendungen zu entwickeln und in einem gemeinsamen Labor für sozialverträgliche Technikgestaltung zu erproben. Dabei wird es entscheidend darauf ankommen, die getrennte Modellierung der unterschiedlichen Entwurfsaspekte und Anforderungen der verschiedenen Disziplinen mit einer gemeinsamen Entwicklungsmethodik geeignet zu verbinden. VENUS baut hierbei auf den erwiesenen Stärken und interdisziplinären Erfahrungen der beteiligten Forschungsgruppen im Rahmen des „Forschungszentrums für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG)" auf. Das langfristige Ziel von VENUS ist die Etablierung eines Forschungszentrums, in dem diese „Kasseler Entwicklungsmethodik" zur disziplinenübergreifenden Gestaltung ubiquitärer adaptiver Systeme im Mittelpunkt steht. Hierzu wird in VENUS die Beantragung eines DFG-Sonderforschungsbereichs vorbereitet, der aus dem ITEG heraus getragen wird.


Research Areas


Last updated on 2019-13-03 at 10:49