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Utopien und Normierungen. Politische Weiblichkeitsvorstellungen im Vormärz


Project Details
Project duration: 01/199712/1997


Abstract
In feministischen Untersuchungen zum Geschlechterverhältnis im deutschen Vormärz stand bislang der Beitrag von Frauen zur Emanzipationsbewegung, vor allem dem Einbringen von Partizipationsforderungen bzw. der weiblichen Beteiligung an den revolutionären Ereignissen und Entwicklungen im Zentrum. Demgegenüber spielte die politische Orientierung dieser Frauen an den Idealen und Zielen der Revolution - bzw. ihrer Gegner - kaum eine Rolle. Meist werden die Auffassungen von Frauen im Vormärz als "liberal", "demokratisch" oder "der Aufklärung verbunden" gekennzeichnet. Eine weitere Differenzierung zwischen verschiedenen liberalen Strömungen, demokratischen Entwürfen oder aus der Tradition der Aufklärung entwickelten Ideologien fehlt aber bislang. In dem Forschungsprojekt werden mit einem interdisziplinären Ansatz (Geschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft) Fragen nach den politischen Konzeptionen und Orientierungen von vier Protagonistinnen des Vormärz (Mathilde Franziska Anneke, Louise Aston, Louise Dittmar, Louise Otto-Peters) in ihrer Wechselwirkung mit Vorstellungen über das Geschlechterverhältnis untersucht. Von Bedeutung sind dabei die divergenten Entwürfe von Weiblichkeit, Männlichkeit und dem Verhältnis der Geschlechter, die philosophischen und politischen Verortungen, die gewählten literarischen und publizistischen Genres sowie die Frage nach der normativen Kraft utopischer Entwürfe.

Last updated on 2017-11-07 at 14:46