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Frauen und Religion im 17. und 18. Jahrhundert


Project Details
Project duration: 02/199201/1995


Abstract
Religion und Religiosität wird - einem Religionsverständnis folgend, das seit dem Ende des 18. Jahrhunderts zwischen "objektiver" und "subjektiver Religion" unterscheidet - nicht dem öffentlich-politischen, sondern dem privat-persönlichen Bereich zugeordnet. Über diese Zuordnung wird Religiosität mehr mit Frauen als mit Männern in Beziehung gesetzt. Religiöse Frauen aber werden nur in "Aufbruch- und Umbruchsituationen" wie Reformation und Rekatholisierung als politisch Handelnde wahrgenommen, wenn sie als selbstbewußte Streiterinnen oder als Medien der Beichtväter wirkten. Ein Verständnis von Politik, das öffentliches und damit historisch wirksames Handeln wesentlich an Zugangsmöglichkeiten zu institutioneller Macht bindet, wird dem frühneuzeitlichen Verständnis von Konfession und der Praxis politischen Handelns nicht gerecht. Von der Erforschung der Rolle der Religiosität für die politische Mitgestaltung von Frauen sind grundlegende und weiterführende Erkenntnisse über ein frühneuzeitliches Politikverständnis zu erwarten.


Co-Investigators

Last updated on 2017-11-07 at 14:47