Project without external funding

Forschungsprogramm: WAVES Water Availability, Vulnerability of Ecosystems and Society in the Northeast of Brazil. Teilprojekt: Migration und Lebensqualität in Nordostbrasilien


Project Details
Project duration: 08/199707/2000


Abstract
Der deutsch-brasilianische Forschungsverbund WAVES hat die Aufgabe, die soziokulturellen und umweltbezogenen Aspekte der Wasserknappheit in den zwei Bundesstaaten Piau? und Cear? im Nordosten Brasiliens zu untersuchen. Im Rahmen des Gesamtprojektes wird ein integriertes Modell entwickelt, das klimatische, wasserbezogene, landwirtschaftliche, ökonomische und soziokulturelle Prozesse und Faktoren berücksichtigt (siehe Abbildung). Ziel des am Wissenschaftlichen Zentrums bearbeiteten Teilprojektes "Migration und Lebensqualität im semi-ariden Nordosten Brasiliens" ist es, die Bedeutung der Dynamik von Wechselwirkungen zwischen Lebensqualität, Migration und entsprechenden Adaptationsstrategien auszuarbeiten. Hierzu wurden die sozioökonomischen und soziokulturellen Optionen und Restriktionen für eine Verbesserung der Lebensqualität ländlicher Bevölkerungsgruppen im Nordosten identifiziert und in ein Partialmodell der sozialen Adaptationsdynamik für die Integrierte Modellierung übertragen. Im thematischen Mittelpunkt des Teilprojektes Sozio-kulturelle Analysen steht die Beschreibung und Erklärung von Wechselwirkungen zwischen Lebensqualität und adaptivem Handeln. Da der gewählte Forschungsansatz problemorientiert ist, beschränkt sich das Set von Handlungsalternativen, über das Aussagen gemacht werden sollen, auf Migration und unmittelbare Alternativen wie z.B. die selbstorganisierte Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort. Neben der Erstellung eines integrativen Konzepts von Lebensqualität und der Formulierung funktionaler Zusammenhänge sowie der Durchführung einer Befragung von Haushaltsvorständen in den Fokusgebieten Tau? und Picos, stand die Entwicklung eines flächenbezogenen Migrationmodells auf der Basis von Lebensqualitätsdistanzen und räumlichen Entfernungen im Mittelpunkt der bisherigen Arbeiten. Mit dem flächenbezogenen Migrationmodells wurde erstmalig der Versuch unternommen, sowohl demographische als auch sozioökonomische Daten im Hinblick auf die Bildung eines Lebensqualitäts-Index miteinander zu verknüpfen und in einem Simulationsmodell Abschätzungen zur Quantifizierung von Migrationprozessen auf der Gemeindeebene im Nordosten Brasiliens zu berechnen. Durch das Zusammenspiel von empirischer Analyse in den Fokusregionen und Modellierung auf der Makroskala konnten Erkenntnisse über die Sensitivität der Anpassungsmechanismen gewonnen werden.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:50