Project without external funding

Strategien für die Erhaltung der tiergebundenen Landnutzung in peripheren Regionen zur Pflege und Gestaltung wertvoller Kulturlandschaften - Rhön am Beispiel der Gemarkungen Melperts (Hessen), Birx (Thüringen) und Ginolfs (Bayern)


Project Details
Project duration: 05/199712/2002


Abstract
Problemstellung Die charakteristische Kulturlandschaft der Rhön ist stark durch traditionelle Landnutzung geprägt. Bei ungünstigen natürlichen Voraussetzungen für die Landwirtschaft ist der Anteil an Grenzertragsstandorten hoch. Die Grünlandbewirtschaftung mit (extensiver) Tierhaltung hat eine hohe Bedeutung.
Im Zuge des agrarstrukturellen Wandels wurden und werden viele landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben. Damit drohen insbesondere in Hochlagen der Mittelgebirge Flächen in großem Umfang brach zu fallen mit negativen Auswirkungen für Landschaftspflege, Naturschutz und Tourismus.
Untersuchungsgebiet Gegenstand der Dissertation ist die Situation dreier Gemarkungen in den Hochlagen des Biosphärenreservats Rhön, jeweils in den drei betroffenen Bundesländern Hessen, Bayern und Thüringen. Dabei bestehen stark unterschiedliche Ausgangsbedingungen für die Landnutzung: Im thüringischen Teil fallen die sehr großen Betriebseinheiten und Schläge auf. Während in Hessen Haupterwerbsbetriebe noch eine gewisse Rolle spielen, findet sich in Bayern fast ausschließlich sehr kleinstrukturierte Nebenerwerbslandwirtschaft.
Zielsetzung und Projektrahmen In den als Fallstudien untersuchten Gemarkungen sollen, basierend auf ökologischen, agrarpolitischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen, Wege gesucht werden, wie die tiergebundene Landnutzung langfristig erhalten werden kann.
Das Vorhaben baut auf der Mitarbeit im EU-Forschungsprojekt „Husbandry Systems and Sustainable Social / Environmental Quality in Less Favoured Areas" (EQULFA, FAIR1 CT95 0481) auf.
Die Arbeit wird als externe Dissertation neben der beruflichen Tätigkeit von Herrn Weih als Landschaftsplaner zu Ende geführt.
Arbeitsansatz Einen Überblick über das Vorgehen gibt das folgende Schema: I Erhebung von Grundlageninformationen (Befragungen, Literatur, Statistiken, Pläne etc.) Naturräumliche Ausgangsbedingungen: natürliche Ertragsfähigkeit der Böden, Lebensräume, Landschaftsbild etc. Sozioökonomische Ausgangsbedingungen: Agrarstruktur und aktuelle Nutzung, Einstellungen / Wünsche der Betroffenen historische Entwicklung der Landschaft, Bedeutung der Tierhaltung
II Auswertung der Befragungsergebnisse Herausarbeitung der Agrarstruktur der drei Dörfer sowie der Situation und der Zukunftsaussichten der Betriebe
III Aufstellung eines Leitbildes für die Kulturlandschaft als Korridor zwischen unverzichtbaren Erfordernissen und wünschenswerter "Idealvorstellung" der Landschaftspflege
IV Beurteilung der Nutzungsverteilung und deren Entwicklungstendenz, Ermittlung von Konfliktfeldern
V Definition möglicher zukünftiger Förderbedingungen für die Landnutzung, Abschätzung von deren Auswirkungen auf die Betriebe
VI Erstellung und Bewertung von Szenarien für die zukünftige Entwicklung der Landnutzung und die Auswirkungen auf die Landschaft
VII Darstellung von Handlungsalternativen für landwirtschaftliche Betriebe
IIX Diskussion mit Experten vor Ort
IX Integration weiterer sozioökonomischer und betrieblicher Anforderungen sowie von Aspekten der Praktikabilität und Akzeptanz
X Erarbeitung von Förderstrategien für die Erhaltung der Landnutzung mit extensiver Tierhaltung zur Pflege und Gestaltung wertvoller Kulturlandschaften
XI Abschätzung der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Regionen
Stand der Arbeit Die Datenerhebung ist im wesentlichen abgeschlossen, deskriptive Auswertungen wurden durchgeführt. Die Erhebung von Sekundärdaten ist ebenfalls abgeschlossen und bedarf in Teilbereichen einer Aktualisierung. Die Überarbeitung und Aktualisierung der Landnutzungskartierung wurde im Rahmen einer von Herrn Weih mitbetreuten Diplomarbeit der Universität Würzburg im August 2000 abgeschlossen.

Last updated on 2017-11-07 at 14:51