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Integration von Naturschutzzielen in den Ökolog. Landbau - am Beispiel der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen: Teilprojekt Gewässerökologie - Investives Vorhaben Gewässerentwicklung und Wissenschaftliche Begleitung


Project Details
Project duration: 01/200712/2010


Abstract
Renaturierung der Fließgewässer auf dem Domänengelände Frankenhausen, Hauptvorhaben

(Das Projekt ist Teil des BfN-Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens "Integration von Naturschutzzielen in den Ökologischen Landbau", einem Gemeinschaftsprojekt mehrerer Fachgebiete der Fachbereiche 11 und 6)

Zielsetzung im gewässerökologischen Teilprojekt ist die Entwicklung und Förderung des naturnahen Zustandes des Jungfernbaches und seiner Nebenbäche. Als Leitbild kann der heutige potenziell natürliche Gewässerzustand im Sinne der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) herangezogen werden. Für die Fließgewässer des Jungfernbach- und Esse-Systems vom Typ des lössgeprägten Karbonat-Hügellandbaches findet sich aktuell ein naturnah ausgeprägter Abschnitt in der Nachbarschaft der Staatsdomäne im Naturschutzgebiet oberhalb der B 7 als geeignete Referenz. Eine weitere Zielsetzung der bislang umgesetzten Maßnahmen im Bereich des Jungfernbaches auf dem Gebiet der Staatsdomäne Frankenhausen ist die Entwicklung naturnaher Auenbereiche mit langfristig überregionaler Vernetzung.
Durch die Renaturierung wurde den Gewässern die Möglichkeit zur eigendynamischen Entwicklung innerhalb eines Pufferstreifens ermöglicht.
Die gute Wasserqualität der Fließgewässer ermöglicht gute Bedingungen für den Erfolg der strukturverbessernden Maßnahmen.
Die wichtigsten Renaturierungsmaßnahmen umfassen:
· Herstellung der Durchgängigkeit der Gewässer
· Gewässerrandstreifen
· Maßnahmen gegen Sohlerosion
· Offenlegung verrohrter Abschnitte
· Bachverlegung begradigter Abschnitt zurück in seine ursprüngliche Aue
· Quelloffenlegung
· Etablierung von Feuchtgrünland
· Nutzungsextensivierung bachbegleitenden Grünlandes
· Initialpflanzung Ufergehölze
· Anlage von Amphibienteichen
Die Baumaßnahmen zur Renaturierung des Jungfernbachs und seiner Nebengewässer konnten nach der Genehmigung durch die Oberen Naturschutz - Wasserbehörden (Regierungspräsidium Kassel) gemäß Leistungsverzeichnis des Büros für Ingenieurbiologie und Landschaftsplanung (BIL, Witzenhausen) und der ordnungsgemäßen Abwicklung des Ausschreibungsverfahrens durch die Firma Beck und Gundlach Nf, Witzenhausen, unter Bauleitung von Herrn Haaß (BIL) am 31.07.2007 begonnen und am 15.10.2007 abgeschlossen werden.
Wissenschaftliche Begleitforschung Gewässerökologie
Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Teilprojekt Gewässerökologie findet ein Monitoring zu den Auswirkungen der Gewässer-Entwicklungs- und Renaturierungs-Maßnahmen des Hauptvorhabens statt, welche seit Oktober 2007 größtenteils abgeschlossen sind.
Ziel des gewässerökologischen Monitorings ist es, die hydrologisch-morphologischen Veränderungen der Gewässer, vor allem Sohlenerhöhungen, Umstrukturierungen und Verlagerungen von Sohlen- und Uferstrukturen, zu erfassen.
Des Weiteren wird die in Fließgewässern besonders ausgeprägte Dynamik des Stoffhaushaltes und der jahreszeitliche Aspektwechsel in der aquatischen Lebensgemeinschaft untersucht, um die Entwicklung der ökologischen Situation nach der erfolgten Renaturierung des Jungfernbaches und seiner Nebengewässer beurteilen zu können.
Die biologischen Untersuchungen umfassen die amphibische und aquatische Vegetation, die Ufervegetation und bachbegleitenden Vegetationstypen sowie das Makrozoobenthos und die Fischfauna. Zusätzlich werden die Amphibienvorkommen auf dem Domänengelände und dessen Umgebung im Bereich potentieller Biotope erfasst.
Die morphologischen Untersuchungen umfassen die Aufnahme und Kartierung der Veränderung der Substratstrukturen (Zusammensetzung und Mosaik der Sohlensubstrate) und die Aufnahme und Kartierung der Veränderung der Querprofilentwicklung.
Bei den chemisch-physikalischen Untersuchungen werden die Parameter Wassertemperatur, O2 - Gehalt, bzw. -sättigung, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und Gesamthärte vor Ort gemessen. Als Indikator für Belastungsfaktoren wurden der Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB5) Nitrit, Ammonium und Ortho-Phosphat sowie DOC gemessen. Als weitere Parameter zur chemischen Charakterisierung der Gewässerbeschaffenheit werden Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium, Chlorid, an Hand von entnommenen Wasserproben im Labor bestimmt.
Anhand der Zusammensetzung der Makroinvertebraten lassen sich anthropogen bedingte Störungen des Gewässers aufzeigen und eine Bewertung aufstellen. Bei der Probeentnahme wird die Lebend-Sortierung nach BRAUKMANN (2000) angewandt.
Die Erfassung der Amphibien findet zur Laichzeit von Anfang März bis Mitte Juli mittels Gewässerbegehungen auf dem Domänengelände sowie potentiellen Amphibienbiotopen in der Umgebung des Domänengeländes statt.
Die fischökologischen Untersuchungen erfolgen mittels watender Elektrofischerei mit Gleichstrom.

BRAUKMANN, U. (2000): Hydrochemische und biologische Merkmale regionaler Bachtypen in Baden Württemberg, Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe, 498 S.
GLACER, D. (1999): Leitbilder als Bewertungsgrundlage der Gewässerstrukturgütekartierung. In : ZUMBROICH, T., MÜLLER, A. & FRIEDRICH, G. (Hrsg.) (1999): Strukturgüte von Fließgewässern Grundlagen und Kartierung. - Springer, S. 45-71.


Publications

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2001

Last updated on 2017-11-07 at 14:51