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BIOCLIM - Biosphäre, Klima und Ökonomie im globalen Kohlenstoffkreislauf mit Schwerpunkt auf Waldwirtschaft sowie energetische und industrieller Holznutzung - Beiträge zur integrierten Modellierung des Klimawandels


Project Details
Project duration: 01/199803/2001


Abstract
Zielsetzung
Das BIOCLIM-Projekt (BIOsphere, CLIMate, and Economy in the Global Carbon Cycle) hat mehrere Aspekte des Zusammenhangs von Biosphäre, Klima und Ökonomie im globalen Kohlenstoffzyklus untersucht. Das Wissenschaftliche Zentrum für Umweltsystemforschung hat insbesondere abgeschätzt, wieviel Kohlenstoff in Holzplantagen und Holzprodukten gespeichert werden könnte. Die Untersuchungen zur Kohlenstoffspeicherung wurden auf regionaler und globaler Ebene mit folgenden Schwerpunkten durchgeführt:
- Konkurrenz von Land- und Forstwirtschaft und deren Einfluss auf die C-Speicherung;
- Aufbau eines Submodells zur Berechnung von C-Speicherung in Holzplantagen und Bewertung von Szenarien zur C-Speicherung durch unterschiedliche Nutzung der Holzplantagen;
-? Entwicklung von Holznutzungsszenarien und Aufbau eines Holznutzungsmodells.
Insgesamt verstand sich das Projekt als Beitrag zur integrierten Modellierung des Klimawandels, dessen Ergebnisse sowohl für die Wissenschaft als auch für politische Entscheidungsträger von Belang sind.
Ergebnisse
Das Projekt wurde im März 2001 abgeschlossen. Mit den erarbeiteten Szenarien und dem neu entwickelten Holzyklusmodell besteht erstmals die Möglichkeit einer globalen Abschätzung der Kohlenstoffflüsse und -vorräte, die mit dem Verbrauch von Papierprodukten und mit der Konstruktion von Gebäuden zusammenhängen. Die Ergebnisse lassen sich im wesentlichen wie folgt zusammenfassen:
- Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft, das Beibehalten der Ernährungsmuster ab dem Jahr 2020 und die Produktivitätssteigerung in der Viehzucht zeigen bei der Szenarienauswertung die größte positive Wirkung auf eine Vergrößerung der Kohlenstoffspeicherung in der Biosphäre. Die Effekte sind auf eine Reduzierung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und eine damit verbundene Ausbreitung der bewaldeten Flächen zurückzuführen.
-? Das maximale Aufforstungspotential wurde mit 490 Mha berechnet. Je nach Nutzungsoption der Holzplantagen (Energiegewinnung, Substitution fossiler Brennstoffe, Holzprodukte) beträgt die Verringerung der atmosphärischen CO2-Konzentration bis zum Jahr 2100 zwischen 1,5 und 8%.
- Die Verwendung von Holz als Konstruktionsmaterial in Gebäuden speichert Kohlenstoff. Die Größe der gebildeten Kohlenstoffsenke im Gebäudebestand wurde bis zum Jahr 2100 mit 11 Gt C berechnet. Bei energetischer Nutzung der Holzabfälle (Altholz und Restholz) kann das Senkenpotential auf 13,5 Gt C erhöht werden. Die Klimawirksamkeit zukünftiger Papiernutzung hängt entscheidend von der Nutzung der Papierabfälle ab. Eine energetische Nutzung würde die CO2-C Emissionen um rund 23 Gt C bis zum Jahr 2100 verringern, während eine Deponierung der Papierabfälle eine Freisetzung von rund 25 Gt CO2-C bis zum Jahr 2100 bewirken würde.
Weiterführung
Das Projekt wird mit Vorlage eines Abschlussberichtes, der sich zur Zeit im Druck befindet, beendet.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:52