Project without external funding

Können Handelssanktionen die Kinderarbeit reduzieren?


Project Details
Project duration: 10/200101/2003


Abstract
Wir betrachten eine kleine offene Volkswirtschaft ("Süden"), die mit Hilfe von Kapital, Er-wachsenenarbeit und Kinderarbeit Güter herstellt, die sie zum Teil selbst konsumiert und zum Teil in den Norden (Rest der Welt) exportiert. Das Angebot von Erwachsenenarbeit und Kin-derarbeit resultiert aus einem Optimierungskalkül der Haushalte im Süden, wobei das Arbeits-einkommen der Kinder in das Budget des Haushalts eingeht, das Zeitbudget der Kinder aufge-teilt wird in Arbeitszeit und Schulzeit, und die Schulzeit positiv in die Nutzenfunktion des Haushalts (bzw. der Eltern) eingeht. In der Produktion sind Erwachsenenarbeit und Kinder-arbeit perfekte Substitute. Der Norden möchte den Umfang der Kinderarbeit im Süden redu-zieren und erhebt einen Zoll auf die importierten Süd-Güter. Die Analyse zeitigt (bisher) folgende Resultate: (1) Betrifft der Zoll alle Süd-Güter gleicher-maßen, so generiert dies für die Firmen im Süden keinen Anreiz, Kinderarbeit durch Erwach-senenarbeit zu substituieren. Es kommt einzig und allein zu einer Verschlechterung der terms of trade des Südens, Löhne und Beschäftigungsvolumen bleiben unverändert. (2) Das Bild ändert sich, wenn der Zollsatz zwischen den einzelnen Gütern differenziert werden kann, genauer, wenn er eine positive Funktion der in dem jeweiligen Produkt i enthaltenen Kinderarbeit ist. In diesem Fall erhöht sich der Relativpreis dieses Gutes durch den Einsatz von Kinderarbeit auf den Exportmärkten, der Süd-Produzent verliert einen Teil seiner Güter-nachfrage. Jetzt besteht ein Anreiz, Kinderarbeit durch Erwachsenenarbeit zu ersetzen. Wie sich zeigt, bleibt dieser Mikroeffekt auf Makroebene bestehen, d.h. (i) die Kinderarbeit sinkt und die Erwachsenenarbeit steigt, (ii) die Gesamtbeschäftigung steigt, (iii) der Lohn für Erwachsenenarbeit sinkt, (iv) der Lohn für Kinderarbeit sinkt noch stärker, d.h. das Lohndifferential steigt.

Last updated on 2017-11-07 at 14:52