Project without external funding

Benno Reifenberg (1892-1970). Eine biographische Studie


Abstract
Benno Reifenberg (1892-1970) gehört zu den namhaftesten deutschen Journalisten des 20. Jahrhunderts. Als Leiter des Feuilletons der liberalen "Frankfurter Zeitung" von 1924 bis 1930 setzte er in den kulturell bewegten Blütejahren der Weimarer Republik Akzente. Nach einer kurzen Tätigkeit als Pariser Korrespondent des international hoch geachteten Blattes übernahm er 1932 die Leitung der politischen Redaktion. Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft noch bis 1943 "geduldet", spielte die "Frankfurter Zeitung" eine in der Forschung viel diskutierte Rolle als publizistische Stimme der sog. inneren Emigration. An dieser schwierigen Gratwanderung zwischen Anpassung und Abweichung war Reifenberg, der nach den Nürnberger Rassegesetzen als "Halbjude" galt, maßgeblich beteiligt. In dem Kreis bedeutender Journalisten und Literaten, die sich nach dem Ende des Krieges vergeblich um eine Wiederbegründung der "alten FZ" bemühten, spielte er eine Schlüsselrolle. Von 1945 bis 1958 wirkte Reifenberg als Herausgeber der Halbmonatsschrift "Die Gegenwart". Ende 1958 trat er als Mitherausgeber in die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ein, der er auch nach seinem Rückzug aus der Redaktion 1966 als ständiger Mitarbeiter bis zu seinem Tod eng verbunden blieb. Die Forschungsarbeit verfolgt in erster Linie einen individualbiographischen Ansatz; zugleich soll Reifenbergs Position innerhalb eines intellektuellen Netzwerkes beleuchtet werden, das die deutsche öffentliche Debatte von der Weimarer Zeit bis in das zweite Jahrzehnt der Bundesrepublik entscheidend geprägt hat. Hauptquellen sind der umfangreiche Nachlass Reifenbergs, der sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach befindet, sowie die entsprechenden Jahrgänge der "Frankfurter Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und die bisher wissenschaftlich wenig beachtete Zeitschrift "Die Gegenwart".


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 13:45