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Auswahl der kosteneffizientesten Maßnahmen unter Berücksichtigung der Umweltziele und Ausnahmen nach Art. 4 WRRL anhand ausgewählter Wasserkörper im hessischen Teil des Bearbeitungsgebiets Mittelrhein


Project Details
Project duration: 07/200512/2006


Abstract
Hintergrund: Die EG-Wasserrahmenrichtlinie sieht zur Erreichung des "guten Zustands" in Oberflächengewässern und im Grundwasser bis 2015 die Aufstellung von Maßnahmenprogrammen vor (Art. 11, WRRL). Hierbei ist die bis Ende 2004 aufzustellende Bestandsaufnahme der Flussgebieteinheiten hinsichtlich naturräumlicher Merkmale, der Auswirkungen menschlicher Aktivitäten und der wirtschaftlichen Analyse der Wassernutzungen zu berücksichtigen (Art. 5.1, WRRL). Des Weiteren legt Anhang III für die wirtschaftliche Analyse fest, dass sie ausreichende Informationen enthalten muss, um eine Beurteilung der kosteneffizientesten Kombinationen der Maßnahmen für die aufzustellenden Maßnahmenprogramme zu ermöglichen. Das große Spektrum möglicher Instrumente und Maßnahmen in der Wasserwirtschaft bietet die unterschiedlichsten Lösungsansätze für die Verminderung signifikanter Gewässerbelastungen. Entscheidend ist jedoch die Frage, wie diese Maßnahmen auszuwählen und miteinander zu kombinieren sind, so dass die wirkungsvollste und zugleich kostengünstigste Kombination zur Anwendung kommt. Insbesondere ist dabei von Interesse, wie technische Lösungen gegenüber kooperativen Maßnahmen und ökonomischen Instrumenten abgewogen und mit ihnen kombiniert werden können.
Projektziel: Anhand eines Pilotprojektes in Mittelhessen im Einzugsgebiet der Mittleren Lahn soll die Entwicklung von Methoden zur ökologisch und ökonomisch effizientesten Maßnahmenwahl im Hinblick auf das nach Artikel 11 WRRL erforderliche Maßnahmenprogramm erarbeitet und dokumentiert werden. Das Pilotprojekt deckt typische Belastungssituationen Hessens repräsentativ ab. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen Untersuchungen über den Einfluss der morphologischen Veränderungen und diffusen Belastungen der Mittleren Lahn sowie über die diffusen Belastungen aus dem in Teilen stark landwirtschaftlich geprägten Einzugsgebietes des Emsbachs. Die untersuchten Fälle werden in einem Handlungsleitfaden dokumentiert. Die Vorgehensweise, Methoden und Ergebnisse werden so aufgearbeitet, dass sie hessenweit für ähnliche signifikante Belastungen angewendet werden können. Die wasserwirtschaftlichen Akteure erhalten damit ein Werkzeug, das die wesentlichen Entscheidungsprozesse bei der Entwicklung kosteneffizienter Maßnahmenprogramme im Zuge der Umsetzung der WRRL unterstützt. Die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen der Sozioökonomie soll in Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum (UFZ) Halle-Leipzig (Prof. Dr. Bernd Hansjürgens) durchgeführt werden.

Last updated on 2017-11-07 at 14:53