Project without external funding

Projektphase 1: Bau eines einfachen Membranfiltrationsgerätes (Prototyp) zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Oberflächenwasser für kleine Personengruppen in Notsituationen ohne Fremdenergie


Project Details
Project duration: 02/200608/2006


Abstract
Am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, Universität Kassel, wird die Aufbereitung von Oberflächen-wasser durch Membranfiltration untersucht. Dabei stehen die Entfernung von Trübstoffen und die Hygie-nisierung im Vordergrund. Geplant ist der Bau einer Pilotanlage zur Trinkwasseraufbereitung mit Mikro- filtrationsmembran zur temporären Versorgung von 50 bis 200 Personen. Dabei wird ein Basis-Trinkwasserbedarf von 7 Litern pro Person und Tag angesetzt. Ein einfacher mechanischer Aufbau, ein-facher Transport, einfache Inbetriebnahme und Betrieb soll diese Anlage zu einem zuverlässigen „Hilfs-mittel zur Selbsthilfe” in einem Katastrophenszenario machen. Dabei stehen ein energieautarker Betrieb und die Unabhängigkeit von Chemikalien im Vordergrund. Die Möglichkeit, eine derartige Anlage vom Flugzeug oder Helikopter aus mit Fallschirmen absetzen zu können wird diskutiert.
Mit dem Bau der Pilot- bzw. Demonstrationsanlage soll die Entwicklung einer serienreifen Anlage initiiert werden, die in Katastrophenfällen zum Einsatz kommen kann.
Zur Findung des zum Einsatz kommenden Membrantyps werden verschiedene Membranmodule unter-schiedlicher Hersteller auf ihre hydraulische und stoffliche Leistungsfähigkeit hin untersucht. In Abhän-gigkeit des zu verwendenden Membrantyps werden schließlich verschiedene Verfahrenstechniken zur Fluidförderung und Deckschichtkontrolle erprobt.
Die Fertigung der Anlage soll überwiegend aus bereits heute auf dem Markt beziehbaren Systemkom-ponenten erfolgen. Entscheidend ist hierbei die Einsatz- und Kombinationsfähigkeit einzelner Kompo-nenten wie Membranmodulen, Behältnissen, Schlauch- und Steckverbindungen, Förderaggregaten, etc. Dazu werden verschiedene Komponententypen beschafft oder gebaut und erprobt, um die günstigste Kombination in Abhängigkeit der gewählten Verfahrenstechnik zu finden.
Die Bedienung soll ohne Einweisung und ohne Sprachkenntnisse durch den Einsatz von Piktogrammen möglich sein. Die Piktogramme werden parallel zum Pilotanlagenbau erstellt und ständig dem Fortschritt der Anlagenentwicklung angepasst.
Das Projekt soll mit einer Abgrenzung zum derzeitigen Stand der Technik und Hinweisen zu den bis zur Serienreife noch nötigen Forschungs- und Entwicklungsschritten enden.
Die verfolgte Zielsetzung konnte mit der gebauten Pilotanlage umgesetzt werden. Zukünftig soll das An-lagengehäuse derart weiterentwickelt werden, dass es einem Abwurf aus der Luft standhält. Außerdem wird in der weiteren Entwicklung das Gesamtgewicht der Anlage zu optimieren sein. Mit dem Bau der Pi-lotanlage soll eine intensive Weiterentwicklung bis zur Serienreife der Anlage initiiert werden. Kernpunk-te dieser Entwicklungsarbeit, die hauptsächlich auf der Basis von Feldversuchen durchzuführen sein wird, gehen aus dem Projektendbericht hervor.
Die Perspektive besteht darin, dass zukünftig Serienanlagen von nationalen und internationalen Hilfsor-ganisationen, nichtstaatlichen wie auch staatlichen Stellen für den Einsatz in Katastrophenfällen vor-gehalten werden.

Last updated on 2017-11-07 at 14:53