Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Raum und Geschlecht im Hohelied


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 09/200703/2008


Zusammenfassung
Das Hohelied (Hld) erzählt von Liebe und Erotik, von Anziehung und Faszination, aber auch von Enttäuschung und Gewalt. Dieser theologisch sowie emotional herausfordernde biblische Test ist eine Sammlung von Liebesliedern, eingebettet in einen breiten Strom altorientalischer Liebeslyrik.
Nicht nur durch seine offene Erotik überrascht das Hohelied, sondern auch durch seine starken und dominanten Frauenfiguren. Die Akteurinnen sind hier - im Vergleich mit anderen biblischen Texten - auffallend eigenständig und aktiv dargestellt. Sie sind aktive, initiative und redegewandte Hauptpersonen. Insbesondere die weibliche Hauptdarstellerin nimmt Handlungsrollen ein, die im biblischen ebenso wie im altorientalischen Kontext ungewöhnlich sind. In keinem anderen biblischen Text ist eine Frau als Subjekt sexueller Handlungen benannt.
Das Hohelied ist durchzogen von zahlreichen Raumangaben und -wechseln, welche die gesamte Dichtung prägen, ihr eine außergewöhnliche Dynamik verleihen und in den Rezipientinnen viefältige Assoziationen wecken.
Das Projekt möchte diesen Räumen und ihren geschlechtlichen Konnotationen auf die Spur kommen. Eine gründliche intertextuelle Untersuchung (mit dem gesamten ersttestamentlichen Kanon als Referenzrahmen) soll aufdecken, in welchen anderen biblischen Texten diese Räume Schauplatz sind, in welchem Zusammenhang diese erscheinen und wie sie dort konnotiert sind.

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 13:45