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Körperinszenierungen und Aufstiegsträume in neuen Fernsehformaten am Bsp. der TV-Sendung "Germany's Next Topmodel" und ihre Bedeutung für Selbstvorstellungen und soziale Orientierungen von jungen Frauen und Männern


Project Details
Project duration: 04/200707/2008


Abstract
Die Pilotstudie Körperinszenierungen und Aufstiegsträume in neuen Fernsehformaten am Beispiel der TV-Sendung "Germany´s Next Topmodel" und ihre Bedeutung für Selbstvorstellungen und soziale Orientierungen von jungen Frauen und Männern ist innerhalb des Schwerpunkts Fokus Geschlechterdifferenzen: Theoretische Neuorientierungen, soziokulturelle Differenzierungsprozesse und internationale Entwicklungen in der Schnittstelle der Forschungsfelder Arbeitsorganisation und Arbeitsbeziehungen und Körper, Identität, Konstruktion angesiedelt. Gegenstand ist die Inhalts- und Wirkungsanalyse des Neuen Formats Germany´s Next Topmodel aus der Perspektive der kritischen Medienforschung. Die Casting-Show Germany´s Next Topmodel inszeniert (Aus-) Bildungsprozesse, die den Bewerberinnen eine Karriere als Model verspricht. Das betrifft nicht nur die Gewinnerin, die als "Topmodel" aus der Sendung gehen wird. Gezeigt werden Prüfungsleistungen und ihre Beurteilungen durch ein ExpertInnen-Team, die den Weg zum Berufseinstieg ebnen sollen. Im Zentrum dieser betont auf Leistung ausgerichteten Lern- und Beurteilungsprozesse stehen die körperlichen Inszenierungen der Mädchen, aber auch die der ExpertInnen als RepräsentantInnen einer Elite der Kreativbranche. Im Fotoshooting und beim Laufstegtraining müssen sich die Auszubildenden mit ihren Selbstpräsentationen beweisen. Der Einstieg in das Arbeitsleben ist daher unmittelbar mit der körperlichen Inszenierung von Weiblichkeit verknüpft. Eine zentrale Rolle spielt der traumhafte soziale Aufstieg, der mit den dargestellten Arbeitsleistungen und der inszenierten Körperlichkeit verbunden ist.
Die Studie zielt auf die Erhebung von Rezeptionsweisen und kollektiven Bearbeitungen der Sendung in Gruppen sowie auf individuelle Orientierungs- und Verarbeitungsprozesse, die in Einzelinterviews herausgearbeitet werden sollen. Geplant sind 6 Gruppendiskussionen mit jungen Frauen und Männern im Alter zwischen 16 und 26 Jahren, die in gleich- und gemischtgeschlechtliche Gruppen eingeteilt werden, sowie 6 qualitative Einzelinterviews mit Frauen und Männern aus diesen Gruppen. Drei Gruppendiskussionen sollen mit Jugendlichen im Schulkontext, die anderen drei mit Jugendlichen im ausserschulischen Bereich geführt werden. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage nach der Verquickung von Körperdarstellungen mit Bildungs- und Arbeitsprozessen. Wie sieht diese Verquickung in der Sendung aus und wie reagieren die Jugendlichen darauf? Welche sozialen Selbstverortungen und Zielvorstellungen werden angesichts des in Szene gesetzten Aufstiegstraums bei jungen Frauen und Männern sichtbar? Inwieweit sind geschlechtsspezifische Identifikationen und Umgangsweisen festzustellen?
Mit der Perspektive auf die Verquickung der Körperpräsentation mit Lern- und Arbeitsprozessen verbindet das Projekt Themen der Arbeitsschwerpunkte Arbeitsorganisation und Arbeitsbeziehungen und Körper, Identität, Konstruktion. Diese Überschneidung verweist ihrerseits auf Wandlungsprozesse in der Arbeitsgesellschaft, sowie auf Wandlungsprozesse im körperlichen Selbstbezug, der um das Thema der Selbstoptimierung kreist. Die Wandlungsprozesse berühren die Selbstverständnisse von Frauen und Männern. Für die neuen Selbstverständnisse liefern massenwirksame Neue Formate Modelle.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:53