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Die Frankfurter Depressionsstudie (LAC) - Wenn chronisch Depressive ihre Therapie wählen. Zur Wirksamkeit psychoanalytischer verglichen mit kognitiv-behavioraler Langzeitbehandlungen chronisch Depressiver.


Project Details
Project duration: 01/200612/2010


Abstract
Ausgangslage und Aufgabenstellung

Die Depression gehört heute zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit mehr als 300 Millionen Menschen an Depressionen, in fünfzehn Jahren wird Depression die Volkskrankheit Nummer zwei sein. In Deutschland sind 2,8 Millionen Männer und 3,0 Millionen Frauen betroffen, das sind fast zehn Prozent der Bevölkerung. Viele von ihnen leben oft jahrelang mit Depressionen, bevor diese als solche erkannt und entsprechend behandelt werden. Schweres seelisches Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie große (nicht abschätzbare) Kosten für die Gesellschaft (z.B. durch Arbeitsunfähigkeit) sind die Folgen. Nicht selten wird die Krankheit von depressiven Eltern, vor allem Müttern, an ihre Kinder weitergegeben. Die Depression ist somit nicht nur individuelles Schicksal, sondern zugleich auch ein Problem von Familie und Gesellschaft.
Die Kombination von Depression und Persönlichkeitsstörung: Eine der häufigsten Gruppen von Patienten in ambulanten Praxen von Psychoanalytikern
Die repräsentative Ergebnisstudie der DPV hat belegt, dass die Kombination von Depression und Persönlichkeitsstörungen zu den häufigsten Patientengruppen gehört, die DPV Analytiker in den 1980iger Jahren in den ambulanten Praxen behandelt haben (vgl. beide folgende Graphiken aus Leuzinger-Bohleber, Rüger, Stuhr, Beutel, 2002).

Ziel
Die Forderung des Wissenschaftlichen Beirats: Prospektive, randomisierte Studien zu störungsspezifischen Langzeitbehandlungen
Wissenschaftstheoretische und methodische Untersuchungen belegen keine generelle Überlegenheit randomisierter Studien gegenüber naturalistischen (vgl. u.a. Leichsenring und Rüger 2004; Bruns und Leuzinger-Bohleber 2004; Leuzinger-Bohleber, Rüger, Stuhr und Beutel 2003). Trotzdem scheint sich im Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie die Auffassung durchzusetzen, dass nur randomisierte Studien "objektive" Aussagen zur Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen ermöglichen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, führen wir eine randomisierte Studie zur Wirksamkeit psychoanalytischer Langzeitbehandlungen verglichen mit kognitiven Verhaltenstherapien durch. Gleichzeitig werden wir versuchen, empirisch zu belegen, dass die Ergebnisse der Behandlungen randomisierter Studienpatienten schlechter ausfallen als jene, die sich aktiv für eine der Behandlungsformen entscheiden ("gematchte " bzw. "indizierte" Studienpatienten" - Daher ist der offizielle Titel unseres Antrags: "Wenn chronisch Depressive ihre Therapie wählen "¦ Psychoanalytische und kognitiv-verhaltenstherapeutische Langzeittherapien bei chronischer Depression: Kurz- und Langzeitwirkungen präferierter bzw. randomisierter Therapien (LAC).

Eine weitere Forderung des Wissenschaftlichen Beirates ist das Gebot von streng diagnosespezifischen Behandlungen. Entsprechend dieser Forderung zentrieren wir uns in unserer Studie auf die breite Diagnosegruppe "major depression", werden aber in der Studie empirisch belegen, welche verschiedene Patientengruppen (Patientenschicksale) sich unter dieser scheinbar homogenen Diagnosegruppe subsumieren.

Stand des Projekts
Die Vorstudien zur Depressionsstudie laufen seit 4 Jahren. Inzwischen befinden sich 25 chronisch depressive Patienten in Psychoanalysen oder psychoanalytischen Langzeitbehandlungen. Wir konnten nachweisen, dass es uns möglich sein wird, die entsprechende Anzahl Patienten sowie potenzieller Behandler zu rekurrieren. Aus forschungspraktischen und ökonomischen Gründen konzentrieren wir uns auf zwei Zentren:

1. Das Zentrum Rhein/Main (vor allem Frankfurt am Main, Mainz) und
2. Das Zentrum Nord (Hamburg, Berlin).

Inzwischen haben die Ethikkommissionen der beteiligten Bundesländer ihre Zustimmungen zur Durchführung der Hauptstudie gegeben. Am 1.6.2007 wurde mit der Hauptuntersuchung begonnen.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:54