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Gesellschaftsentwicklung und Herrschaftsorganisation bei den germanischsprachigen gentes von der Antike bis ins frühe Mittelalter


Project Details
Project duration: 01/200612/2012


Abstract
Die von Caesar pauschal als Germanen ausgewiesene und auf dem seither als Germania bezeichneten Gebiet jenseits von Rhein und Donau ansässige Bevölkerung war äußerst kleinräumig organisiert, d.h. sie lebte in überschaubaren Siedlungsgemeinschaften von selten mehr als 100 und noch seltener mehr als 200 Personen . Die Wirtschaftsweise war in hohem Maße agrarisch bestimmt und diente im Wesentlichen der Selbstversorgung. Aufgrund der wenig entwickelten und vergleichsweise schlichten Anbaumethoden war die Möglichkeit, nennenswerte Überschüsse zu erzielen, sehr eingeschränkt und in hohem Maße von den jeweiligen Boden- und Witterungsverhältnissen abhängig. Eine handwerkliche Spezialisierung setzte erst allmählich und mit ausgeprägten regionalen Unterschieden ein. Die eher dürftigen wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen die Germanen bis etwa zum Beginn der Völkerwanderungszeit lebten, boten mithin kaum eine Grundlage für weiterreichende soziale Differenzierungsprozesse. Es ist daher zu fragen, wie es den sowohl in den Schriftquellen als auch anhand der archäologischen Zeugnisse erkennbaren Eliten gelingen konnte, sich angesichts dieser Verhältnisse sozial abzusetzen?
Für die Mittelalterforschung ist dieser frühe Prozess der Gesellschaftsentwicklung von besonderem Interesse, da sich mit der Bildung der germanischen regna auf ehemals weströmischem Territorium und der damit einhergehenden Etablierung des Königtums, letzteres als die zentrale Form mittelalterlicher Herrschaftsorganisation durchgesetzt hat.


Principal Investigator


Publications

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Last updated on 2017-11-07 at 13:45

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