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Smarte Produktkennzeichnung von Elektro- und Elektronikprodukten mittels RFID für ein gezieltes Stoffstrom- und Informationsmanagement - Nutzenpotenziale für und Implementierung in die Entsorgungswirtschaft -


Project Details
Project duration: 01/200907/2011


Abstract
Die aktuelle Abfallverwertungspraxis befasst sich in erster Linie mit der Aufbereitung inhomogener Abfallgemische unbekannter Zusammensetzung. Besonders Elektro- und Elektronikaltgeräte (EAG) weisen eine äußerst heterogene Zusammensetzung auf, die einerseits bei unsachgemäßer Entsorgung ein hohes Umweltrisiko, andererseits eine wichtige Rohstoffquelle darstellen. Mangelnde oder unzureichende Informationen über die enthaltenen Inhaltsstoffe erschweren in der Entsorgungsphase einerseits die Entscheidungsfindung einer ökologisch sowie ökonomisch optimalen Entsorgungsstrategie und limitieren andererseits eine Wiederverwendung oder ein ressourcenoptimiertes hochwertiges Recycling. Dieses wird angesichts der stark steigenden Nachfrage und Preisentwicklung für Rohstoffe immer wesentlicher und ist laut den Vorgaben des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz zu priorisieren. Die Problematik wird dadurch verschärft, dass die Anzahl der in Verkehr gebrachten Elektro(nik)produkte steigt bzw. ehemals einfache Produkte mit hochwertiger Elektronik versehen werden. Das im August 2005 in Kraft getretene Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz - ElektroG) definiert die rechtlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit EAG. Laut ElektroG § 13 (6) sind die Hersteller verpflichtet, Informationen zur stofflichen Verwertung und Wiederverwendung über die von ihm in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte den Erstbehandlern zukommen zu lassen. Die große Vielzahl an Herstellern, Elektro(nik)geräten und deren stark unterschiedlichen Lebensdauern führen in der offenen Kreislaufführung von EAG dazu, dass diese Informationen bei den Erstbehandlern nicht vorliegen bzw. umständlich beschafft werden müssen. Gleichzeitig legt das ElektroG im § 7 fest, dass alle in Verkehr gebrachten Neugeräte zu kennzeichnen sind und der Hersteller eindeutig identifizierbar sein muss. Diese Identifikation erfolgt durch Symbole und Beschriftungen auf dem Elektro(nik)gerät. Eine Erkennung dieser Angaben wird durch Verschmutzungen der Altgeräte im Abfallstrom erheblich behindert. Durch die Kombination respektive Ergänzung der in § 7 vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht durch automatische Identifikationsverfahren (Auto-ID) in Form von Radio Frequency Identification (RFID) können die bei den Erstbehandlern benötigten Informationen zur Wiederverwendung und stofflichen Verwertung direkt mit dem entledigten EAG übermittelt werden. Diese Daten sind auf Transpondern gespeichert, die über spezielle Leseeinheiten per Funk berührungslos und ohne direkten Sichtkontakt ausgelesen werden können. Diese zusätzlichen Informationen zu den einzelnen Produkten oder Bauteilen im Abfallstrom stellen für die Entsorgungswirtschaft ein erhebliches Nutzenpotenzial dar, indem Stoff- und Informationsströme in der Entsorgungsphase zielgerichtet organisiert werden können. Ziel dieses Forschungsprojektes ist die exemplarische Ausgestaltung und ökologische und ökonomische Bewertung eines RFID-Systems auf Basis einer verfügbaren Produktkennzeichnung von Elektro(nik)produkten. Es soll betrachtet werden, wie ein solches System in die Teilprozesse der Entsorgungsphase implementiert werden kann und den beteiligten Akteuren zur Verbesserung entsorgungstechnischer Prozesse hinsichtlich des Stoffstrom- und Informationsmanagements führt.


Principal Investigator


Publications

2009
2009
2009
2008

Last updated on 2017-11-07 at 14:54