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Einschätzung der Grenzen des Umweltschutzes im Südosten Arabiens: eine quantitative und qualitative Untersuchung der landwirtschaftlichen Nutzungsintensität im Hawf Schutzgebiet in Jemen. - Teilprojekt Tierhaltung.


Project Details
Project duration: 20072008


Abstract
Das Hawf-Gebiet im Grenzbereich Jemen-Oman ist ein einzigartiges Ökosystem, das aufgrund seiner hoch diversen Pflanzen- und Tierwelt besonderen Schutz verdient. Die traditionelle Landnutzungsform in dieser Region vereint kleinflächigen Ackerbau mit einer durch vertikale Transhumanz charakterisierten Tierhaltung. Doch aufgrund der Einwanderung von Flüchtlingen in den letzten Jahren und des schnellen Bevölkerungswachstums ist dieses Gebiet einem steigenden Nutzungsdruck ausgesetzt. Quantitative Daten zur Intensität der Nutzung und ihrer Auswirkungen auf das Ökosystem und auf das Leben der Menschen sind notwendig, um festzustellen, wie am besten den Bedürfnissen und Interessen der lokalen Bevölkerung und der Umweltschützer entsprochen werden kann.

Durch eine Kombination von pflanzenbaulichen, tierwissenschaftlichen, vegetationskundlichen und sozialen Studien sollen daher in diesem Projekt die nötigen Daten in ausgewählten Dörfern unterschiedlicher Höhenstufen erhoben werden. Dabei werden Informationen zu den Weidegebieten von Kühen, Kamelen, Ziegen und Schafen, der Fütterung der Tiere mit Konzentratfutter und der Biomasseproduktion der natürlichen Vegetation gesammelt, um den durch die traditionelle Tierhaltung ausgeübten Beweidungsdruck abzuschätzen. Für die Aufstellung partieller Bilanzen für die Nährstoffe Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und Kalium, werden für alle landwirtschaftlichen Produkte die Erntemengen sowie die Mengen an Mist, die auf die Felder ausgebracht werden, gemessen. Fachübergreifende Interviews in jedem Dorf dienen der Bewertung der Landnutzung und der Bewirtschaftungspraktiken, der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkte sowie der Zukunft der Landwirtschaft im Hawf-Gebiet. Die in diesem Projekt gewonnenen quantitativen und qualitativen Ergebnisse tragen somit dazu bei, die konkurrierenden Ziele der sozialen Entwicklung und des Umweltschutzes in diesem einzigartigen Ökosystem aufeinander abzustimmen.

Last updated on 2017-11-07 at 14:54