Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Das Museum Fridericianum als ein Ziel von Bildungs- und Forschungsreisen der europäischen Aufklärung. Kommentierte, digitalisierte Edition des Besucherbuchs 1769-1796


Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 03/200903/2011


Zusammenfassung

Das Museum Fridericianum in Kassel verkörpert als erster der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglicher Museumsneubau Europas wie kaum eine andere Institution das "Museum der Aufklärung". Zur Förderung der Wissenschaften errichtet, zog das Museum in seiner Kombination aus enzyklopädisch angelegter Sammlung, Bibliothek, Sternwarte und Sitz wissenschaftlicher Gesellschaften Besucher aus ganz Europa an. Bereits in seiner Vorgängerinstitution, dem Kunsthaus im Ottoneum, wurde ab 1769 ein Besucherbuch geführt, das 1779 in das neueröffnete Museum Fridericianum kam und dort bis 1796 auslag. Über dieses Buch, das den Wandel von der traditionellen Kunstkammer hin zum öffentlichen Museum somit anschaulich begleitet und in das sich rund 14.000 Personen eintrugen, lassen sich vorzüglich weitreichende Erkenntnisse sowohl zur Besucherstruktur des Museums wie zu den Besuchern selbst gewinnen. So erlaubt seine Erschließung, die als Beitrag zur Kultur- und Sozialgeschichte der Aufklärung und zur Wissenschaftsgeschichte zu verstehen ist, vielfältige Einblicke in das Reiseverhalten, in entstehende oder vorhandene Gelehrtennetzwerke wie in den Prozess der Wissenspopularisierung.

Das Projekt hat die vollständige Transkription des Buchs zum Ziel, ergänzt um die systematische Erfassung, Ermittlung und Auswertung der bio-bibliographischen Fakten in einer Datenbank. Erstmals wird damit in einem herausragenden Beispiel das Besucherbuch eines Museums komplett erschlossen. Die Ergebnisse sollen als Buch und als Online-Datenbank zugänglich gemacht werden und damit zugleich weiterführenden Recherchen verschiedener historischer Disziplinen dienen. Ausgehend von den über das Besucherbuch gewonnenen Erkenntnissen soll darüber hinaus die Geschichte des Museum Fridericianum als einer einzigartigen Institution der europäischen Aufklärung erstmals als solche ausführlicher und besonders aus der Perspektive seiner Besucher vorgestellt werden.



Forschungsfelder


Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:55