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Erwachsenenbildung für Menschen mit und ohne Behinderung an der Volkshochschule (vhs) Stadt und Landkreis Kassel - Implementation und wissenschaftliche Begleituntersuchung


Project Details
Project duration: 10/200909/2011


Abstract
Die allgemeinen Bildungsangebote (Fort-/ Weiterbildung) für Erwachsene durch Volkshochschulen (vhs) als öffentliche Regeleinrichtung in Deutschland sind insgesamt dadurch gekennzeichnet, dass sie Menschen mit Behinderung - insbesondere Menschen mit intellektueller Behinderung - als eine Zielgruppe nicht angemessen in den Blick nehmen und kaum erreichen. Sie stehen zwar grundsätzlich allen Menschen - ohne und mit Behinderungen - zur Teilnahme offen, bleiben aber von Menschen mit Behinderungen offenbar wegen fehlender Barrierefreiheit eher ungenutzt. Indessen ist zunehmend die Einrichtung ausgewiesener Bildungsangebote speziell für Menschen mit Behinderungen oder für Menschen mit und ohne Behinderungen an den vhs festzustellen, darunter als erste und langjährige wegweisende Beispiele etwa die vhs Angebote in Nürnberg und München. Allerdings fehlen derartige Bildungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderungen oder speziell für Menschen mit Behinderungen nach wie vor an vielen vhs in Deutschland, wie dies auch an der vhs in der Region Kassel bislang der Fall gewesen. Bildungsangebote für Menschen mit Behinderungen sind immer noch vornehmlich an Einrichtungen der Behindertenhilfe (Spezial- und Sonderinstutionen) gebunden.
Vor diesem Hintergrund ist eine Kooperation der Trube Stiftung, der vhs Stadt und Landkreis Kassel sowie der Universität Kassel mit dem Ziel entstanden, zur verbesserten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Erwachsenenbildungsangeboten der vhs in der Region Kassel beizutragen. Damit sind folgende Teilziele verbunden: Zielgruppenspezifische Angebote für Menschen mit Behinderung sowie allgemeine Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung im Programm der vhs als eine Art Modellversuch und Probelauf; Unterstützung der Einrichtung von zielgruppenspezifischen und integrativen vhs Angeboten sowie ihrer Nutzung von Menschen mit Behinderung durch die Kasseler Einrichtungen der Behindertenhilfe;
Verbesserung eines barrierefreien Zugangs für Erwachsene mit Be-hinderung zu Bildungsangeboten der vhs. Ihre Umsetzung wird durch die Trube Stiftung finanziell gefördert und ebenfalls mit ihrer finanziellen Unterstützung wissenschaftlich begleitet.
Der wissenschaftlichen Begleitunguntersuchung fällt in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, Erkenntnisse bzw. Informationen über Fragen und Probleme der Umsetzung der mit dem Wintersemester 09/10 eingerichteten Bildungsangebote für Menschen mit und ohne Behinderung an der vhs in der Region Kassel zu liefern und sicherzustellen. Sie ist anwendungs- bzw. praxisorientiert und erfordert daher unverzichtbar die Einbeziehung der in der Praxis Beteiligten und ihrer Interessen. Angelegt auf zumindest zwei Jahre kann sie durch die Gewinnung und Vermittlung von Erkenntnissen Wissen erweitern sowie Handlungsorientierungen bieten, nicht aber Rezepte für Problemlösungen bereitstellen. Sie beinhaltet zugleich die Rückkoppelung von Untersuchungsergebnissen an die Projektbeteiligten und deren Diskussion, um so auch eine verbesserte Entwicklung und Gestaltung der vhs Angebote zu ermöglichen. Grundlegendes Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist es, zur Förderung und Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung an allgemeiner Erwachsenenbildung auf der Basis der UN Konvention zum Recht der Menschen mit Behinderung, insbesondere an der vhs in der Region Kassel beizutragen. Das Schwergewicht soll auf der Untersuchung und Bewertung (Evaluation) von Bedingungen und der Bedeutung der zusätzlichen Bildungsangebote/Kurse für Menschen mit und ohne Behinderung an der vhs liegen. Dabei soll sich die Aufmerksamkeit im Wesentlichen auf folgende Gesichtspunkte (Fragen/Probleme) aus der Sicht der VeranstaltungsleiterInnen und KursteilnehmerInnen richten:
- Zugänglichkeit zu den zusätzlichen Bildungsangeboten für Menschen mit und ohne Behinderung an der vhs (wie etwa Umfang und Qualität der Informationen, Beratung und Anmeldung, Finanzierung der Kursteilnahme, Erreichbarkeit des Kurses, Räumlichkeiten);
- Haltung/Erwartungen und Befürchtungen gegenüber den Bildungs-angeboten;
- Gestaltung der Kurse (wie etwa Zielsetzung, Inhalte, methodisches Vorgehen, Arbeits- und Umgangsformen, Mitbestimmung bei der Gestaltung);
- Beziehungen zwischen den KursteilnehmerInnen einerseits und zwischen ihnen und der Kursleitung andererseits, Probleme oder Konflikte im Umgang;
- Erreichen von Kurszielen und Wirkungen/Bedeutung der Kursteilnahme;
- Zufriedenheit mit dem Kurs (Zielsetzung, Inhalte, Arbeits- und Umgangsfor-men, Kurs- bzw. Lernergebnis);
- Unterstützung der Kursleitungen
- Unterstützung der Angebotsnutzung/Kursteilnahme.
Erstmals werden Informationen zu Gesichtspunkten im Wintersemester 2009/10 durch Befragungen der Veranstaltungsleitungen und KursteilnehmerInnen erhoben und ausgewertet.




Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:55