Project without external funding

Die Gelbbauchunke als Leitart für Pionieramphibien
in den Flussauen Nordhessens
Naturschutzgenetik, Populationsökologie und Schutzmaßnahmen
(Gelbbauchunke Nordhessen)


Project Details
Project duration: 01/201105/2014


Abstract
Die Gelbbauchunke ist eine Leitart für dynamische Lebensräume in den Auen der Mittelgebirge. Sie ist in Nordhessen vom Aussterben bedroht. Ihr ursprünglicher Lebensraum sind temporäre Stillgewässer wie Flutmulden, Wildsuhlen, Quell- u.a. Tümpel. Sie kommt heute fast ausschließlich in Sekundärlebensräumen wie Kiesgruben etc. vor. Ihr Überleben ist damit fast vollständig von menschlichen Pflegeeinsätzen abhängig. Die Revitalisierung von Auen und deren extensive Beweidung bieten Chancen für die Rückkehr der Unke in ihr Primärhabitat. Es gibt jedoch nur weniggesicherte Informationen zum Vorkommen bzw. Wiederbesiedlungspotentialder Gelbbauchunke in revitalisierten Auen und zu den Auswirkungen extensiver Beweidung auf ihren Lebensraum.An der mittleren Fulda werden über 3 Jahre (2011-2014) die Wiederbesiedlung und Entwicklung wieder dauerhaft überlebensfähigerVorkommen der Unke im Primärlebensraum Flussaue gezielt gefördert und wissenschaftlich begleitet durch:- Stärkung der Kleinstvorkommen durch Sofortmaßnahmen (Tümpel)- Sicherung günstiger Habitatbedingungen durch Aufbau extensiver Weideprojekte mit Wiedervernässung des Weidelandes.Diese Maßnahmen lassen vielfältige Mitnahmeeffekte für zahlreiche weitere Arten erwarten. - Zur Erfolgskontrolle und Klärung grundlegender Fragen zum Wiederbesiedlungspotential revitalisierter Auen und der Auswirkungen extensiver Beweidung werden Fang-Wiederfang-Untersuchungen durchgeführt.
Bei allen nordhessischen Vorkommen sind durch die räumliche Isolierungauch auf der genetischen Ebene negative Folgen für die Populationen zubefürchten. Als Grundlage zukünftiger Hilfsmaßnahmen werden alle Vorkommen naturschutzgenetisch untersucht (z.B. auf Inzucht-Depression) sowie eine Überprüfung auf Befall mit dem sich weltweit ausbreitendenAmphibien-Chytridpilz durchgeführt.
Bundesweit soll mittels Recherche unveröffentlichter Projektergebnisse und Expertenbefragungen eine breite Datengrundlage für dauerhaft erfolgreiche Maßnahmen geschaffen werden. Dabei geht es um
- Vorkommen in naturnahen bzw. revitalisierten Fluss- und Bachauen
-extensive Beweidung von Gelbbauchunken-Habitaten und
- Wiederansiedlungsversuche

Kooperationspartner:
- Universität Trier, Prof. M. Veith
- Hessen Forst FENA
- RP Kassel, Obere Naturschutzbehörde
- Stadt Rotenburg / Fulda
- Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal e.V. (Bebra)
- Arbeitsgemeinschaft Amphibien- uund Reptilienschutz in Hessen (AGAR e.V.)

Last updated on 2017-11-07 at 14:55

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