Projekt ohne Drittmittelfinanzierung

Auswirkungen verschiedener Stimulationsverfahren auf die Melkbarkeit von Milchkühen bei der muttergebundenen Kälberaufzucht
Auswirkungen von halbtägigem Mutter-Kalb-Kontakt auf Leistungsparameter von Kuh und Kalb



Details zum Projekt
Projektlaufzeit: 20102012


Zusammenfassung
In Deutschland ist es - auch im Ökolandbau - gängige Praxis bei Milchkühen das Kalb wenige Stunden nach der Geburt von der Mutter zu trennen. Die Kuh wird gemolken und das Kalb bekommt Milch per Nuckeleimer oder Tränkeautomat. Ein natürlicherer Ansatz ist die muttergebundene Kälberaufzucht, bei der das Kalb bei der Mutter trinken darf. Eine Reihe von Untersuchungen liegen bereits vor, die Vorteile der muttergebundenen Kälberaufzucht hinsichtlich Gesundheit, Gewichtsentwicklung und Verhalten der Kälber sowie Eutergesundheit, Fruchtbarkeit und Verhalten der Kühe nachweisen. Nichts schränkt die Umsetzbarkeit dieses artgemäßeren Verfahrens jedoch so ein wie die Menge der ermelkbaren Milch. Nicht nur die Kälber trinken an der Mutter mehr, als ihnen bei der Eimer- oder Automatentränke zugeteilt würde, sondern die Kühe reagieren oft mit Milchejektionshemmungen. Vereinfacht heißt das, die im Euter produzierte Milch kann nur teilweise ermolken werden. Dies stellt einen ökonomischen Schaden für den Betrieb und eine Gefahr für die Eutergesundheit der Kuh dar. Aus diesem Grund soll im Rahmen der Arbeit die Auswirkung verschiedener Stimulationsverfahren auf die Melkbarkeit von Kühen, die 3 Monate lang ihr Kalb säugen dürfen, und Kontrollkühen ohne Kalbkontakt getestet werden. Als Stimulation werden akustische (aufgezeichnete Rufe hungriger Kälber), olfaktorische (Haare des eigenen Kalbes) und taktile (Zitzenmassage) Reize im Melkstand verwendet. Auswirkungen der Behandlung auf Milchmenge, Milchinhaltsstoffe, Milchflusskurve, Unruheverhalten und Herzfrequenz im Melkstand werden untersucht. Des Weiteren wird die Verhaltensreaktion von Kühen mit und ohne Kalbkontakt auf verschiedene Geruchsproben (Haare vom eigenen Kalb vs. Haare von einem fremden Kalb vs. Kontrolle) ermittelt. Die Arbeit findet in Kooperation mit dem Fachinstitut für Ökologischen Landbau des Johann Heinrich von Thünen Instituts (vTI) in Trenthorst statt, auf dessen Versuchsbetrieb auch die Datenerhebung durchgeführt wird.

Als weitere Möglichkeit, die Milchabgabe der Kühe beim maschinellen Melken zu steigern, wurde halbtägiger Mutter-Kalb-Kontakt im Gegensatz zu ganztägigem und keinem Kontakt untersucht. Der Versuch fand von Oktober 2011 bis Juni 2012 auf der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen statt. Kühe und Kälber der Kontakt-Gruppen erhielten für neun Wochen nach der Geburt entweder ganztags oder nur zwischen Morgen- und Abendmelken (halbtags) Zugang zueinander. Die Tiere der Kontrollgruppe wurden innerhalb des ersten Tages nach der Geburt voneinander getrennt und die Kälber per Nuckeleimer getränkt. Alle Kühe wurden zweimal täglich gemolken. Untersucht wurden die Auswirkungen dieser Haltungsverfahren auf ermelkbare Milchmenge, Milchzusammensetzung, Eutergesundheit, Abschlagen des Melkzeugs im Melkstand, Zwischenkalbezeit und Gewichtsentwicklung der Kälber.


Publikationen

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2016
2014
2013
2012

Zuletzt aktualisiert 2017-11-07 um 14:56