Project without external funding

Zwischen Macht und Ohnmacht. Eine Untersuchung zu Handlungsmöglichkeiten von deutschen Fürstinnen an vier Fallbeispielen aus dem 16. Jahrhundert.


Project Details
Project duration: 08/200010/2003


Abstract
Als Angehörige der statushöchsten Gruppe des Reichs konnten einige deutsche Fürstinnen des 16. Jahrhunderts als Gemahlinnen und Mütter, aber auch als Regentinnen innerhalb ihrer Dynastien Einfluss nehmen und auch über die Landesgrenzen ihres Territoriums hinweg Macht ausüben. Nicht ungewöhnlich war es auf der anderen Seite jedoch, dass eine Fürstin scheinbar zum weitestgehend passiven Spielball familiarer Interessen wurde und in keiner Weise als eigenständig und / oder erfolgreich Handelnde aus der Überlieferung hervortritt. Diese Untersuchung fragt mit Hilfe einer an den Quellen ausgerichteten sorgfältigen Analyse von Einzelfällen am konkreten Beispiel nach den Handlungsmöglichkeiten von Fürstinnen und ihren Gegenspielern bzw. Gegenspielerinnen im Konfliktfall. Konfliktsituationen werden zunächst möglichst detailgenau re-konstruiert um in einem zweiten Schritt aus ihnen Rückschlüsse über individuelle Beziehungen, Handlungsinteressen und Machtstrategien zu ziehen. Dazu treten Reflexionen darüber, welche Handlungsalternativen die gesellschaftlich wirksamen Normen der Zeit den Betreffenden nahe legten und wie die Handlungen der ProtagonistInnen in diesem Zusammenhang einzuordnen sind. Die ausgewählten Beispiele ermöglichen es dabei, verschiedene Konstellationen, in denen sich ein Interessenkonflikt zwischen der Fürstin und anderen ergeben konnten, sich somit die Machtfrage stellte, in den Blick zu nehmen. Im Zentrum der Untersuchung stehen vier angeheiratete Fürstinnen des Welfenhauses: Katharina von Sachsen (1469-1522), Elisabeth von Brandenburg ( 1510-1566), Sidonia von Sachsen ( 1518-1575 ) und Sophia von Polen ( 1522-1575). Hinzu treten Vergleiche mit Fürstinnen anderer Fürstenhäuser, die aus der Forschung bekannt sind. Ziel des Projekts ist es, einen differenzierten, historisch-reflektierten Zugang zum Verständnis von Fürstinnen zu erschließen und den Facettenreichtum ihrer Positionen als Angehörige einer Dynastie, Gemahlin, Mutter und Witwe zu beleuchten.

Last updated on 2017-11-07 at 14:56

Share link