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Pfandsysteme als innovative Bestandteile einer nachhaltigen Entsorgungswirtschaft


Project Details
Project duration: 08/200909/2011


Abstract
Die Erdölkrisen der 70er Jahre zeigten erstmals deutlich die Abhängigkeit der industrialisierten Welt von fossilen Ressourcen. Seitdem rücken die Auswirkungen eines unbedachten Lebenswandels auf Umwelt und Rohstoffvorkommen immer mehr in das Bewusstsein von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Bereich der Entsorgungswirtschaft zeigt sich seit einigen Jahren, dass sich eine moderne Abfallwirtschaft neben der Abfallentsorgung gleichermaßen mit Klima- und Ressourcenschutz befassen muss. Es muss zukünftig noch mehr darauf geachtet werden, Abfälle zu vermeiden und Rohstoff- und Energieverbrauch bei der Produktherstellung und Entsorgung zu verringern. Um die geplanten Ziele zu erreichen ist es notwendig, zweckmäßige Entscheidungen zu treffen und Konzepte zu entwickeln, die eine sinnvolle Umsetzung des Umwelt- und Ressourcenschutzes innerhalb der Entsorgungswirtschaft ermöglichen.

In Deutschland rücken Ressourcenschutz und Abfallvermeidung immer mehr in den Fokus der von der Bundesregierung verfolgten Ziele und Maßnahmen. Diese fordert bis zum Jahr 2020 eine Verdopplung der Ressourcenproduktivität bezogen auf das Jahr 1994. Das Bundesumweltministerium schlägt dazu im Rahmen der möglichen Maßnahmen vor, die bisher im Recyclingprozess nicht genutzten Rohstoffe zukünftig gezielt zu verwerten. Bei den fokussierten Rohstoffen handelt es sich z.B. um seltene Metalle, wie sie in Mobiltelefonen oder Sonnenkollektoren verarbeitet werden. Diese müssen laut Ministerium durch effektive Sammelsysteme systematisch erfasst und anschließend einem Recycling zugeführt werden. Eine erhöhte Nutzung von Mehr-wegerzeugnissen soll zudem eine Antwort auf die Forderung der EU-Abfallrahmenrichtlinie zur Abfallvermeidung geben.

Pfandsysteme stellen ein mögliches Werkzeug zur Umsetzung der von der Bundesregierung genannten Forderungen dar. Die Auferlegung einer Pfandgebühr auf bestimmte Güter erhöht deren gegenständlichen Wert und ruft somit beim Kunden einen erhöhten Anreiz zur gezielten Sammlung und Rückführung hervor. Das Gebrauchsgut wird dadurch dem Restabfallstrom entzogen und kann einer sortenreinen Sammlung und Wieder-/Weiterverwertung zugeführt werden. Neben der Erfassung seltener Rohstoffe mittels Pfandsystemen können weitere entsorgungsrelevante Ziele, wie z.B. eine Schadstoffentfrachtung durch Entzug relevanter Produkte oder Produktgruppen, verfolgt werden. Dazu sollten die Potentiale, die sich aus der Produktrückführung mittels Pfand ergeben, hinsichtlich der Auswirkungen und des Nutzens innerhalb der Entsorgungswirtschaft herausgearbeitet werden.


Principal Investigator

Last updated on 2017-11-07 at 14:56