Project without external funding

Untersuchung zweier festbettbasierter biologischer Abluftbehandlungsverfahren zur Geruchs- und H2S-Minderung auf der ARA Frankfurt Niederrad


Project Details
Project duration: 05/200608/2008


Abstract
Auf der ARA Frankfurt Niederrad wird die Abluft aus den Schlammstapelbehältern sowie dem Schlammpumpwerk einer Abluftbehandlung zugeführt. Als Abluftbehandlungsverfah-ren kommen offene, mit einer Mischung aus Holzhackschnitzeln und Rindenmulch als Fil-termaterial befüllte Biofilter mit vorgeschalteten Befeuchtern zum Einsatz. Die Anlage ist zweistraßig ausgelegt.

Infolge anaerober Prozesse kommt es in den Speichern zu einer erheblichen Schwefel-wasserstoff (H2S)- und Geruchsstoffbildung. Vom Betreiber durchgeführte Messungen zeigten, dass die H2S-Konzentrationen im Rohgas der Abluftbehandlung im Bereich von weit über 100 ppm (1 ppm = 1,42 mg/m3) liegen können. Die Konzentrationen an H2S in der zu behandelnden Luft liegen damit deutlich über der Empfehlung nach VDI Richtlinie 3477 (2004), die einen Maximalwert von 5 mg H2S/m3 nennt. Aufgrund der erheblichen Belastung mit H2S musste das Biofiltermaterial bereits nach einem Jahr Betrieb getauscht werden, der Rohgasgeruch war reingasseitig deutlich wahrnehmbar gewesen.

Bei Neubefüllung der Biofilter wurde eine der beiden Straßen mit einem organisch be-schichteten mineralischen Biofiltermaterial der Fa. Otto, Bad Berleburg, befüllt. Die zweite Strasse wurde mit einem konventionellen Biofiltermaterial befüllt (Holzmix = Holzhack-schnitzeln und Rindenmulch).

In dem hier beschriebenen und von der Stadt Frankfurt am Main geförderten FuE-Vorha¬ben hat die Universität Kassel beide Filterstraßen über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren hinsichtlich Geruch und H2S untersucht. Es sollte zum einen herausgefunden wer-den, ob das neue Biofiltermaterial tatsächlich leistungsstärker ist als das konventionelle Material. Zum zweiten sollte die Frage geklärt werden, in welchem Maße die beiden Stra-ßen des Biofilters dauerhaft hohe Belastungen an H2S vertragen.

Last updated on 2017-11-07 at 13:46