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Intermedialität: Der Computer als Medium der Medienintegration


Project Details
Project duration: 01/199812/1999


Abstract
Gegenstand dieses Projekts ist der Einfluß des Computers, als Medium und Symbol der Hybrid- und Netzwerkkultur, auf kommunikative Handlungen der Produktion und Rezeption sowie auf die darauf bezogenen wissenschaftlichen und ästhetischen Diskurse. Durch den Einsatz des Computers entstehen neue Hybridformen, die das innovative Potential des Konzeptes der Intermedialiät deutlich hervortreten lassen. Die Leistung traditioneller Medien sowie die mit ihnen verbundenen kulturellen Programme, die in den Gebrauch der Hypermedien eingehen, soll in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden.
Aktueller Stand zum Herbst 1999: Das Forschungsprojekt Intermedialität wurde abgeschlossen und mit dem ebenfalls abgeschlossenen Projekt Semiotik der Einzelmedien zu einem Projekt zusammengeführt, das unter dem Titel "Selbstreferentialität der Medien" die Forschungen weiterführen wird. Dissertationen: - 1997 Karin Wenz: Raum, Raumsprache und Sprachräume, Tübingen. - 1999 Friedrich W. Block: "Beobachtung des Ich. Zum Zusammenhang von Subjektivität und Medien, Bielefeld.
A. Hypertextrezeption Diese Untersuchung wurde an der Brown University, Providence (USA) von September 1998 bis Februar 1999 und an der Universität Kassel durchgeführt. Die Hypothese, die diese Untersuchung leitete, lautet, dass Hypermedien als intermediale Formen zwischen Text und Spiel "gelesen" werden. Formen der wilden Semiose steuern als fundamentale Elemente den Leseprozess in einem Hypermedium. Lesen, Sehen, Wahrnehmen allgemein und Dekodieren sind untrennbar miteinander verbunden. Wie Sabine Gross (1994) am Beispiel von Text, Bild und Film gezeigt hat, beeinflusst die Materialität des jeweiligen Mediums entscheidend das Rezeptionsverhalten und die Rezeptionshaltung. Diese Analyse ist empirisch qualitativ auf Hypermedien erweitert worden. Das spielerische Klicken und Zappen, durch das der Text erst vor den Augen der Leser konstruiert wird, stand im Zentrum der Untersuchung. Konkret wurde dies in zwei Schritten untersucht: - Wege der Rezeption (Navigation) im Hypertext wurden anhand von Logfiles aufgezeichnet und ausgewertet und - diese Ergebnisse wurden durch rekonstruktive Beschreibungen der Leser und Fragebögen ergänzt. Dabei wurden unter die Ergebnisse unter den folgenden Fragestellungen betrachtet: 1. Wie ist der Einfluss der verwendeten Muster auf das Rezeptionsverhalten? 2. Welchen Einfluss haben die verwendeten Zeichensysteme auf das Verhalten der Leser? Kommt es durch intermediale Formen zu verändertem Leseverhalten? Die Ergebnisse liegen jetzt vor und werden im Frühjahr 2000 publiziert. Hier finden Sie erste Ergebnisse, die in Virginia auf der Jahrestagung der ACH vorgestellt wurden.
B. "p0es1s. Internationale digitale Poesie" Digitale Poesie knüpft in ihren intermedialen Spielarten an die Tradition von Fluxus, Konzept-Kunst und Neuer Poesie an und erweitert die Literatur hin auf interaktive Medienkunst. Hybridisierung von Mediencodes, Animation der signifikanten Oberflächen und Interaktivität ermöglichen eine diabolisierende Beobachtung des Gebrauchs der Hypermedien. Um dieses Feld einzusehen und theoretisch zu würdigen, wird in Kooperation mit Andr? Vallias (Rio de Janeiro) an einer Web-Site gearbeitet. Sie soll einen Ort darstellen, an dem 1. avancierte Beispiele internationaler Intermedia-Dichtung gesammelt und diese 2. mit einem kritischen und theoretischen Diskurs verbunden werden. Ein Zwischenergebnis dieses work in progress wird im Jahr 2000 während der Veranstaltung "Schrift und Bild in Bewegung" in München sowie in Kassel präsentiert.
C. Intermedialität als ästhetische Praxis Intermedialität als künstlerischer Akt muss in Zusammenhang mit der Pluralisierung und Ausdifferenzierung der ästhetischen Praxis der 60er und 70er Jahre rezipiert werden. In enger Verbindung zur Minimal- und Concept-Art entwickelt sich dabei eine künstlerische Praxis, die das klassische ästhetische Material aufgibt und sich in Folge durch Phänomene der Absenz und des Ephemeren auszeichnet. Der Begriff der künstlerischen Arbeit wird nach seiner Radikalisierung durch die klassische Moderne nochmals erweitert und verändert somit auch den bis dahin gültigen auktorialen Künsterbegriff und in seiner Folge den des Rezipienten. Als künstlerische Arbeit wird weder die konservierte Spur eines Herstellungsprozesses noch der Prozess selbst verstanden, sondern eine Dynamisierung des Werks durch ein begrenzt offenes Verhältnis zwischen Konzept und Ausführung. In dieser Serie von Entscheidungsprozessen spielt der Körper des Autoren eine bedeutende Rolle. Auf der Grundlage der Untersuchungen zur Dissertation "?Körper - Szenarien'. Zur ästhetischen Funktion und Bedeutung des Körpers in Videoinstallationen." sollen für das Forschungsprojekt a.) die frühen künstlerischen Arbeiten der 60er Jahre mit der Videotechnik auf Intermedialität untersucht werden und b.) Intermedialität in der künstlerischen Arbeit der Videoinstallationen und -environments als auch der Interaktiven Kunst als eine Weiterentwicklung der frühen multimedialen Werke aufgezeigt werden, bzw. die Unterschiede zwischen den Begriffen und ästhetischen Verfahren zu analysieren.

Last updated on 2017-11-07 at 14:58