Externally funded project

Die Königin im Spannungsfeld der spätmittelalterlichen Verfassungsentwicklung. Möglichkeiten und Grenzen weiblicher Herrschaftsräume


Project Details
Project duration: 01/200903/2014


Abstract
Während die Stellung der früh- und insbesondere der hochmittelalterlichen Königin bereits verschiedentlich in den Blick genommen worden ist, entzieht sich das Königinnentum des späten Mittelalters nach wie vor einer fundierten Beurteilung. Gängige Thesen, wie etwa die vom "Schattendasein" der Königin in der Politik seit dem 13. Jahrhundert oder von ihrer Beschränkung auf rein repräsentative Verpflichtungen, beruhen auf eher punktuellen Beobachtungen und bedürfen noch einer gründlichen Überprüfung. Vor dem Hintergrund des sich in diesem Zeitraum vollziehenden Verfassungswandels ist dabei zu fragen, ob und inwiefern sich diese Veränderungen auf die Qualität des Königinnentums ausgewirkt haben. Letzteres ist auch deshalb von Bedeutung, weil mit dem Themenkomplex eine Schwellenzeit berührt ist und die bestehende Forschungslücke die Verfolgung von Entwicklungslinien bis in die Frühe Neuzeit behindert. Die Beurteilung etwa der Renaissance als eine Phase der "Rückentwicklung bezüglich der Bewegungsfreiheit und Macht von Frauen" stellt sich insofern als problematisch dar, weil der spätmittelalterliche Bezugsrahmen bislang nicht hinreichend erforscht ist.Die Analyse konzentriert sich daher in einem ersten Schritt zunächst einmal darauf, die in dem Zeitraum vom Tod Friedrichs II. 1250 bis zur Etablierung der Habsburgerherrschaft 1438 amtierenden Königinnen zusammenzustellen und ihre Präsenz in den gedruckten Schriftquellen zu untersuchen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass der Machtverlust des Königs infolge des sogenannten Interregnum (1250-1273) und die 1356 in der Goldenen Bulle festgeschriebene Etablierung des Kurfürstenkollegs nicht nur zu qualitativen Veränderungen des Königtums als Institution, sondern auch zu einem Wandel der Rolle der Königin geführt haben. Es ist deshalb zu prüfen, ob und wie diese Veränderungen in den Quellen wirklich erkennbar sind. Ferner ist zu untersuchen, ob und wie sich die für die Entwicklung der spätmittelalterlichen Königsherrschaft so markanten Einschnitte auf die gesellschaftliche und politische Position der Königin im späten Mittelalter auswirkten und wie die Rolle der Königin an die Verfassungsrealität angepasst wurde.


Principal Investigator


Co-Investigators


Research Areas



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