Drittmittelprojekt

Internationaler Workshop ‚Machtrepräsentationen an den mediterranen Grenzen Europas (12.-15. Jahrhundert) / Representations of Power at the Mediterranean Borders of Europe (12th-15th c.) am 10./11.12.2013 in Kassel mit Teilnehmern aus Spanien, Italien und Zypern


Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse der letzten Zeit fragt sich ein fortschreitend globalisiertes und multikulturelles Europa zunehmend nach der eigenen kulturellen Identität. Diese Frage wird umso drängender angesichts der Tatsache, dass sich einerseits die Zahl der Mitgliedsländer der Europäischen Union nach und nach erhöht hat (und noch weitere Staaten in die Gemeinschaft eintreten möchten), während andererseits - bedingt auch durch die ökonomische Krise - viele der Mitgliedsstaaten die (politische) Idee ‚Europa‘ als solche infrage stellen und dabei riskieren, ein mühevoll in Gang gebrachtes Projekt scheitern zu lassen. Die europäische Gesellschaft verlangt nach Antworten, zu denen auch die mediävistische Forschung einen Beitrag leisten kann, indem sie nach Konzepten von Europa, seinen südlichen Grenzen und seinen charakteristischen Eigenschaften fragt. In Zusammenarbeit mit der Universidad Complutense de Madrid organisiert das Fachgebiet Mittelalterliche Geschichte der Universität Kassel mit freundlicher Unterstützung des DAAD, finanziert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, einen internationalen Workshop, bei dem der wissenschaftliche Dialog zwischen der deutschen akademischen Welt und derjenigen Südeuropas gefördert werden soll. Ziel ist es, Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen und aus verschiedenen Ländern Mittel- und Südeuropas zusammenzubringen, um kulturelle Transferphänomene bei der Repräsentation von Macht innerhalb mediterraner Königreiche mit Grenzcharakter zu diskutieren. Es geht dabei vor allem um Regionen, in denen europäische Dynastien, die einer lateinisch-westlichen Kultur entstammten, über hochgradig griechisch oder arabisch geprägte Gesellschaften herrschten. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit zeitlich auf die Spanne vom 12. bis zum 15. Jahrhundert und räumlich auf die Königreiche von Aragon und Kastilien der iberischen Halbinsel, auf das Königreich Sizilien der italienischen Halbinsel, auf das Königreich Zypern und das Fürstentum von Antiochia in der nahöstlichen Region. Inhaltlich ist danach zu fragen, ob und wie häufig Machtinhaber dieser Monarchien bei der symbolische Repräsentation ihrer Autorität Gebrauch von Elementen derjenigen Kulturen machten, mit denen sie sich in den eroberten (oder zurückeroberten) Ländern gezwungenermaßen konfrontiert sahen. Auf diese Weise kann die Mittelalterforschung ihren Beitrag zu aktuellen Fragen der europäischen Gemeinschaft im Sinne transkultureller Verflechtung und Abgrenzung leisten.


Projektleitung

Zuletzt aktualisiert 2020-13-07 um 12:02