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Wohndichte Zwei Komma Null


Project Details
Project duration: 09/1995


Abstract
"Dichte" ist ein Wort, das im Verlauf der Geschichte von positiven und negativen Schwingungen begleitet wurde. Dichte wurde mit Dunkelheit und Krankheit, aber auch mit Vielfalt und Nähe in Verbindung gebracht.

Der Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Notwendigkeit flächensparender Stadtentwicklung, die für einige Städte unseres Kulturkreises auch in Zukunft die Planungsaufgaben bestimmen wird. Schon heute werden sowohl Stadterweiterungen als auch innere Ergänzungen in einer Dichte geplant, die über den Rahmen der bisherigen planungsrechtlichen Vorgaben hinausgeht und die seit dem zweiten Weltkrieg realisierten Siedlungsdichten übersteigt. Dafür werden Argumente mit ökologischem und ökonomischen Hintergrund angeführt.

Ein weiterer Argumentationsstrang basiert auf den negativen Erfahrungen mit den Siedlungen der Nachkriegszeit. Die Nachteile durch Funktionsentmischung und durch den Verlust der traditionellen Stadträume wurden offensichtlich. Es hat sich gezeigt, daß eine Erhöhung der baulichen Dichte, wie sie im Planungsprozeß einiger Großsiedlungen beschlossen wurde, keine Gewähr für Urbanität bietet, ebensowenig wie eine niedrige Dichte im Wohngebiet eine hohe Lebensqualität garantiert.

Gegenstand dieser Arbeit sind städtische Bauformen.

Aus der neuen Wertschätzung der Gründerzeitquartiere heraus wird vielfach die "bewährte" Stadtstruktur des geschlossenen Blockrandes als Vorbild für neue Planungen herangezogen. Bei diesem Rückgriff kann jedoch nicht der mittlerweile im Wohnungsbau erreichte Standard negiert werden, auch wenn Vielfalt und Identifikationsmöglichkeiten einen höheren Stellenwert gegenüber der gleichmäßigen Ausstattung mit Licht, Luft, Sonne Ausblick und Schutz vor Einblick bekommen. Vor diesem Hintergrund soll die Beschäftigung mit neuen, überdurchschnittlich dichten Geschoßwohnungsbauten darüber Aufschluß geben, mit welchen städtebaulichen und architektonischen Mitteln die Nachteile der hohen Bodenausnutzung minimiert werden können.


Last updated on 2017-11-07 at 15:00