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Italienische Salons um 1800 als Räume des deutsch-italienischen Kulturtransfers


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Abstract
Anhand ausgewählter Beispiele aus Venedig, Mailand, Rom, Florenz und Neapel soll Kulturtransfer im Medium des Salons untersucht werden, unter besonderer Berücksichtigung der deutsch-italienischen Kulturbeziehungen. Die Wahl, italienisches Salonleben um 1800 zu untersuchen, erklärt sich aus der Tatsache, daß Italien historisch bevorzugtes Ziel ausländischer Gäste auf ihrer Kavalierstour ist, in deren Programm Salonbesuche einen festen Posten einnehmen, also das geeigneteste Beobachtungsobjekt zum Vorhaben darstellt. Die Wahl der Zeitspanne (ca. 1780-1820) ist für die italienische Kultur besonders interessant, da sich zu diesem Zeitpunkt in Ästhetik, Literatur- und Kunsttheorie allmählich Strömungen bemerkbar machen, die durch alternativ zu Frankreich in den Horizont der gelehrten Öffentlichkeit rückende Bezugskulturen (Deutschland und England) eine neue Geisteshaltung signalisieren. Diese zeigt auch eine immer stärker werdende politische Komponente, da sie immer entschiedener auch eine Ablehnungshaltung gegen herrschende Machtstrukturen (die Welt der klassizistisch ausgerichteten, elitären Akademien, dann Napoleon, später die Macht der Habsburger) signalisiert. Die Entscheidung, Salons aus diversen Teilen des Landes zu untersuchen, ist mit der unterschiedlichen historisch-politischen Entwicklung Italiens zu dieser Zeit zu erklären, die geographische Vielfalt soll mögliche Kontinuität und Brüche im untersuchten Prozeß historisch und politisch kontextualisieren, um voreilige Schlüsse zu verhindern.

Last updated on 2017-11-07 at 13:47